Einfluss der Kampagne auf das Unternehmensergebnis
Ford-Chef Nasser will nach Reifenrückruf um Vertrauen werben

Reuters DETROIT. Mit einer breitangelegten Fernsehkampagne will der weltweit zweitgrößte Automobilproduzent Ford den durch einen Reifenrückruf entstandenen Imageschaden ausbügeln. Dabei werde Ford-Chef Jaques Nasser persönlich in den TV-Spots auftreten und um Vertrauen für die Fahrzeuge seines Konzerns werben, teilte Ford am Montag in Detroit mit.

"Sie haben meine persönliche Garantie, dass Ford alle Möglichkeiten ausschöpft, um die Situation zu klären", laute Nassers Botschaft in den Werbespots. Auch will Ford nach eigenen Angaben rund 70 000 Ersatzreifen für die zurückgerufenen Reifen besorgen. Die Ergebnisentwicklung werde dadurch beeinflusst, hieß es weiter.

In der vergangenen Woche hatte die US-Sicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration mitgeteilt, eine Untersuchung zu 62 tötlichen Verkehrsunfällen einzuleiten, die möglicherweise mit fehlerhaften Firestone-Reifen vor allem beim Ford-Geländewagen der Marke Explorer zusammenhingen. Die US-Verbraucherschutzgruppe CAS will Ford und den betroffenen japanischen Reifenhersteller Bridgestone gerichtlich dazu bringen, sämtliche Reifen der Typen ATX, ATX II und Wilderness zurückzurufen.

Nasser werde für mindestens eine Woche in Spots zur Hauptsendezeit im amerikanischen Fernsehen erscheinen, hieß es. Die ersten Ausstrahlungen der Werbsendungen werde es während der wöchentlichen Football-Sendung auf ABC am Montag geben. Die Ausstrahlung der Werbespots erfolgt knapp zwei Wochen nachdem der japanische Firestone-Mutter Bridgestone eund 6,5 Mill. Reifen der betroffenen Marken zurückgerufen hatte.

Ford plant nach eigenen Angaben in diesem Zusammenhang die Arbeit an drei Produktionsstandorten zeitweilig stillzulegen, um so rund 70 000 Reifen der Marke Firestone Wilderness AT als möglichen Ersatz für die zurückgerufenen Reifen freizusetzen. Rund 6000 Arbeitnehmer würden dadurch zeitweise von ihrer Arbeit freigestellt, hieß es.

"Das wird einen Einfluss auf das Ergebnis haben", sagte Ford-Vizpräsident Martin Inglis am Montagabend in einer Telefonkonferenz. Analysten würden über die Kosten für das Programm in den kommenden zwei Tagen in Kenntnis gesetzt, sagte er. Die bislang auf zwei Wochen angelegte Produktionsstillegung soll nach Angaben von Inglis Ende August beginnen. Dies könne Ford insgesamt 100 Mill. $ beim Vorsteuerergebnis kosten, hieß es bei Wall Street Analysten.

Unterdessen zeigte eine Verbraucherumfrage in den USA, dass Ford und Bridgestone in der Öffentlichkeit im Ansehen bereits Schäden durch die Rückrufaktion erlitten haben. Auch nach Aussage von Inglis belastet die Rückrufaktion den US-Absatz beim Geländewagen Explorer. Nun werde für den August nur noch mit 39 000 abgesetzten Fahrzeugen der Marke gerechnet. Ford hatte den Angaben bislang einen Absatz von 42 000 Fahrzeugen prognostiziert.

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