Einführung bis Ende 2003
Lichtbildvisum soll Terrorgefahren vorbeugen

Zur besseren Abwehr von Terrorgefahren werden die deutschen Botschaften und Behörden bis Ende 2003 nur noch neuartige fälschungssichere Lichtbildvisa ausgeben. Mit den neuen Papieren lässt sich die Identität von Ausländern, die nach Europa einreisen, besser feststellen, sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung in Berlin. Ein Einsickern von Terroristen werde erschwert.

HB/dpa BERLIN. Schily sagte, die Einführung sei "ein erheblicher sicherheitspolitischer Fortschritt". Bis Ende 2003 sollen alle 2,5 Mill. pro Jahr von Deutschland erteilten Touristenvisa für den Raum der Staaten des Schengen-Abkommens nur noch in der neuen Form erteilt werden. Das Schengen-Abkommen, dem die meisten EU-Staaten beigetreten sind, erlaubt Reisen ohne Grenzkontrollen. Auch die länger gültigen Visa sollen bis Ende nächsten Jahres nur noch die neue Form haben.

Das Papier sieht auf den ersten Blick ähnlich wie die heute in Deutschland üblichen Personalausweise aus, weist aber zusätzlich Sicherheitsmerkmale auf. Das Innenministerium hob hervor, dass das EU-rechtlich vorgeschriebene Lichtbild besonders fälschungssicher auf das Visum übertragen werde, da die Drucktinte tief in das Papier eindringe. Ähnlich wie bei den Banknoten würden auch "unsichtbare Druckfarben" verwendet, die nur unter ultraviolettem Licht sichtbar werden.

Außerdem würden die Visa auch ein so genanntes Kinegram enthalten - ein Zeichen, das je nach Lichteinfall unterschiedliche Bewegungsabläufe darstellt. Ähnliches ist von den gebräuchlichen EC- Karten bekannt.

Schily sagte, Deutschland nehme mit den Visa eine Vorreiterrolle ein. Auf Initiative Deutschlands hätten sich die anderen Staaten verpflichtet, innerhalb der nächsten fünf Jahre Visa dieser Art einzuführen. Die EU bereite ferner die Aufnahme biometrischer Merkmale in diese Papiere vor. Dies ist auch in Deutschland ein Thema. Was die Aufnahme dieser Merkmale in Ausweispapiere angeht, muss sich die rot-grüne Koalition erst auf das weitere Vorgehen einigen.

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