Einfuhrzölle zum Schutz der US-Stahlindustrie
ThyssenKrupp will Ausnahmereglung für Stahllieferungen

Der ThyssenKrupp-Konzern erhofft sich für einen Großteil seiner Stahllieferungen in die USA eine Ausnahme von den seit März erhobenen Schutzzöllen. Man verhandele mit der US-Regierung direkt sowie mit den dortigen Kunden, sagte Karl-Ulrich Köhler, Vorstandschef der ThyssenKrupp Stahl AG, am Montag auf der Hannovermesse.

reuters HANNOVER. Bedeutung kommt dabei vor allem Gesprächen mit dem Autobauer Chrysler zu. Auf ihn entfallen Köhler zufolge rund 70 Prozent des Umsatzes von ThyssenKrupp in den USA von zuletzt 200 Millionen Euro. Grundsätzlich wäre es besser, wenn Chrysler statt ThyssenKrupp einen Ausnahmeantrag stellen würde. Der Autobauer könnte argumentieren, die Stahlprodukte von ThyssenKrupp nicht auf dem heimischen Markt bekommen zu können. Die USA hatten im März zum Schutz der heimischen Stahlindustrie Einfuhrzölle von bis zu 30 Prozent auf eine Reihe von Stahlprodukten erlassen.

Insgesamt bekräftigte Köhler zudem die Prognose vom Februar, wonach der Stahlbereich des Mischkonzerns nach Verlusten im ersten Quartal im bis Ende September laufenden Gesamtjahr wieder profitabel sein wird. Präziser wollte Köhler unter Hinweis auf den für Ende Mai angekündigten Halbjahresbericht von ThyssenKrupp nicht werden. Die angekündigten schwarzen Zahlen lassen Köhler zufolge den Rückschluss auf eine völlige Entspannung der Stahlkonjunktur nicht zu. Auch die im April für Flachstahl durchgesetzte Preiserhöhung von 30 bis 40 Euro je Tonne sei hierfür kein Indiz. Die Preiserhöhungen hätten sich durchsetzen lassen, weil die Läger der Kunden leer gewesen seien und nicht, weil die Nachfrage angezogen hätte, sagte Köhler.

Noch immer sei das durchschnittliche Preisniveau für Stahl - auf Dollarbasis gerechnet - niedriger als vor 20 Jahren, sagte Köhler. Die Rechnung auf Dollarbasis sei sinnvoll, weil man schließlich auch die Rohstoffe für die Stahlgewinnung in Dollar bezahlen müsse.

Im weltweiten Konzentrationsprozess der Stahlbranche sieht sich der Stahlmanager gut positioniert. ThyssenKrupp habe im Stahlgeschäft die "optimale Größe" und damit auch gute Argumente in den bei der OECD laufenden Gesprächen über den Abbau von Überkapazitäten. Bislang haben die europäischen Stahlhersteller in diesen Gesprächen bereits spürbare Rücknahmen angeboten.

Überkapazitäten müssten in Europa andere als ThyssenKrupp abbauen, zeigte sich Köhler überzeugt. Als Beispiel nannte er den neu gegründeten französisch-spanisch-luxemburgischen Stahlriesen Arcelor. An Teilen, die Arcelor aus wettbewerbsrechtlichen Gründen im Zuge seiner Fusion aus Usinor, Aceralia und Arbed abgeben muss, ist ThyssenKrupp nach den Worten von Helmut Hadrys interessiert. Hadrys, der bei ThyssenKrupp für die Sparte rostfreier Stahl verantwortlich ist, nannte beispeilhaft eine Reihe von Service-Centern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%