Eingeschränkte Verlustverrechnung stutzt die Flügel
Flügellahme Flieger: Flugzeug Leasingfonds

Lange Zeit gehörten Flugzeug-Leasingfonds zu den Überfliegern unter den Steuersparangeboten. Doch die eingeschränkte Verlustverrechnung nach der Steuerreform stutzt vielen die Flügel.

Ganze Flugzeugflotten sollen deutsche Leasinggesellschaften noch schnell gekauft haben, als klar wurde, dass Mindestbesteuerung und eingeschränkte Verlustverrechnung drohen. Das magische Datum war der 5. März 1999. Denn so viel war klar: Jedes Flugzeug, das nicht vor diesem Datum gekauft wurde, würde sich nicht mehr nach dem herkömmlichen Muster über einen Flugzeug-Leasingfonds durch Privatanleger finanzieren lassen, sondern § 2 b Einkommensteuergesetz (EStG) zum Opfer fallen.

Doch was ist davon übrig geblieben? Einige Kaufverträge sind wohl storniert worden. Kurz vor Toresschluss ist die Auswahl unter den Angeboten mit hohen Verlustzuweisungen gering. Der Fonds der Deutschen Structured Finance mit lediglich 100 Prozent Verlustzuweisung ist nach dem "Operate-Leasing"-Muster gestrickt und fällt nach Einschätzung des Anbieters nicht unter § 2 b EStG. Der wesentliche konzeptionelle Unterschied zum Finanzierungs-Leasing: Beim Finanzierungs-Leasing steht der Verkaufspreis am Ende der Leasingperiode, die mit der Fonds-Laufzeit identisch ist, von vornherein fest. Beim Operate Lease muss der Fonds sich nach Auslaufen des ersten Leasingvertrages einen neuen Leasingnehmer suchen oder den Flieger verkaufen. Ob das ein gutes Geschäft wird, bestimmt der Markt. Risiko und Chance sind höher als bei Finanzierungs-Leasing-Fonds.

Diese Fonds unterscheiden sich von den meisten anderen Steuersparmodellen, etwa Immobilien- oder Schiffsfonds, dadurch, dass der Zeichner einen Teil seiner Kommanditeinlage zwingend fremdfinanzieren muss. Dies geschieht entweder durch einen Kredit, oder in dem der Anleger eine Inhaberschuldverschreibung begibt, die automatisch von einer Bank angekauft wird. Mit dem Trick der Anteilsfinanzierung lassen sich die steuerlichen Verluste nach oben treiben. Das funktioniert so: Ein Kommanditist kann - von wenigen Ausnahmen abgesehen - keine Verluste geltend machen, die höher sind als seine Kommanditeinlage. Wer also 50 000 DM aus eigener Tasche einzahlt, bekommt auch nur 50 000 DM Verlust (100 Prozent auf die Einlage) zugewiesen, was bei einem Spitzenverdiener dazu führt, dass ihm 25 000 DM Steuern erstattet werden. Zahlt er die Hälfte der Einlage per Kredit, werden ihm trotzdem 50 000 DM Verlust zugewiesen. Gemessen an seiner Bareinlage sind dies dann 200 Prozent. Über die Steuerrückerstattung fließt ihm in kurzer Zeit das eingesetzte Kapital zurück. Zurückgezahlt wird sein Kredit wie der, den die Fondsgesellschaft parallel aufgenommen hat, am Laufzeitende des Fonds aus dem Veräußerungserlös des Flugzeugs. Die Leasingzahlungen der Fluggesellschaften reichen in der Regel gerade so aus, die Kredite zu bedienen und die laufenden Kosten abzudecken, so dass zum Ausschütten wenig oder gar nichts übrig bleibt. Wie hoch seine Rendite ausfällt, hängt also vom Verkaufspreis ab und davon, wie er das durch Steuerrückerstattung zurückgeflossene Geld anlegt.

Wie sieht der ideale Anleger für diesen Typ Fonds aus?

Er verdient überdurchschnittlich.

Er ist nicht auf laufende Ausschüttungen angewiesen.

Er will schnellen Kapitalrückfluss.

Er möchte das Risiko eher klein halten, was nichts daran ändert, dass er Mitunternehmer einer Leasinggesellschaft ist.

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