Eingesparten Betrag will PDS-Politiker spenden
Gysi nutzte dienstliche Bonusmeilen privat

Die Affäre um die private Nutzung von dienstlich erworbenen Bonusmeilen der Lufthansa weitet sich auf die Berliner Landespolitik aus.

ddp/dpa BERLIN. Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) sagte am Montag, als Bundestagsabgeordneter habe er "in den Jahren 2000 und 2001 Bonusmeilen gelegentlich auch privat genutzt, insbesondere für meine Angehörigen". Letzteres hätte die Lufthansa ausdrücklich angeboten.

"Dies war offensichtlich ein Fehler", räumte Gysi ein. Er sei falsch informiert gewesen, habe sich aber nicht selbst ausreichend sachkundig gemacht. Gysi hat nach eigenen Angaben die Lufthansa um eine Aufstellung der insgesamt verbrauchten Bonusmeilen gebeten. Den entsprechend eingesparten Kostenbetrag will der PDS-Politiker an die Menschenrechtsorganisation amnesty international überweisen. Dabei wolle er nicht zwischen dienstlich und privat angefallenen und verbrauchten Bonusmeilen unterscheiden.

Nach Darstellung Gysis war er von der PDS-Bundestagsfraktion dahingehend informiert worden, dass die private Nutzung der Bonusmeilen vor einem Verfall zulässig sei. Zudem seien auch Bonusmeilen für seine privat bezahlten Flüge auf demselben Konto verbucht worden, da er nur eine Lufthansa-Kundenkarte besitze. Insofern habe er auch privat und dienstlich erworbene Bonusmeilen im Nachhinein nicht mehr trennen können.

Gysi reagierte mit seiner Pressemitteilung auf "Gerüchte", er habe Bonusmeilen privat genutzt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der im Urlaub ist, war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am vergangenen Freitag war der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Özdemir nach neuen Vorwürfen um privat genutzte Bonusmeilen zurückgetreten. Zuvor hatte er eingeräumt, einen umstrittenen Kredit von dem PR-Berater Moritz Hunzinger zu günstigem Zins angenommen zu haben.

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