Einheimische Besucher der Automesse in Tokio lieben Studien
Toyota zeigt das Internet-Café auf vier Rädern

Studien haben auf der Tokio Motor Show eine lange Tradition. Vor allem die japanischen Hersteller blicken mit teilweise skurril wirkenden Gebilden weit in die automobile Zukunft.

pha TOKIO. Die übliche Präsentationsgala mit Lichtduschen und Popmusik ist auf Grund der politischen Weltlage in diesem Jahr fehl am Platz. Dennoch bleibt auch auf der Tokio Motor Show 2001 das obligatorische Feuerwerk an Modellstudien nicht aus.

Traditionell schicken die japanischen Anbieter auf ihrem Heimatsalon ein großes Angebot an Konzeptfahrzeugen auf den Laufsteg. Mindestens drei, wenn nicht vier oder fünf Studien je Hersteller sind die Regel. Außer dem Spieltrieb und den konzeptionellen Freiräumen, mit denen Toyota , Nissan und Co. speziell das japanische Publikum in ihren Bann zu ziehen versuchen, sind neue Modellstudien für die Fernostanbieter auch Kompensation ihrer nicht vorhandenen Markentradition.

Außer Skurrilitäten wie etwa Fahrzeugen, die den Blutdruck oder die Herzfrequenz messen, Schlauchbooten

ähnlich wirken oder wie Bulldozer ausschauen, gibt es natürlich auch Konzeptautos, die Veränderungen im Markenbild signalisieren; oder die ganz einfach auf den Zeitgeist reagieren. Der Isuzu Zen verkörpert eine Mischung (Crossover) aus Gelände- und Kastenwagen. Die von General Motors (GM) dominierte Marke gilt seit Jahren als Ideenschmiede auf dem Allradsektor - mit Abstrahlung auf alle anderen Marken des Konzerns.

Kleine Modeautos aus Japan

Kleine Modeautos kommen in Japan unter anderem von Suzuki . Der zweisitzige Covie mit Elektroantrieb verfolgt Daimlers Smart-Idee des Stadtwagens mit einer Mini-Karosserie und einem Styling à la VW New Beetle. Beim hybrid-getriebenen Honda Bulldog gehören zwei Elektroroller im futuristischen Kombiheck zur Grundausstattung, während man beim Allrad-Pionier Subaru von "Driving Emotion" seiner Studie WX-01 spricht. Der bullige Kombi soll bis zu sieben Personen auf höchst komfortable Art transportieren. Das Design hat sich bei der Linienführung dem Dreieck verschrieben, was für sehr markante Flächenprofile sorgt.

Toyota, Japans Nummer eins, ist auf der Motorshow gleich mit fünf Studien zur Stelle. Die Skurrilste, der POD, greift das Thema des fahrbaren Internet-Cafés auf. Front und Heck sind nahezu identisch, im Innenraum gibt es Barhocker und natürlich Netanschluss.

Am ehesten dürfte der Supersportwagen FSX verwirklicht werden und in Serie gehen. In drei Jahren soll das Konzept des Toyota-Roadsters stehen. Bis dahin will die Marke in der Formel 1 Fuß gefasst haben. Mit V8-Motor und 400 PS sowie sequenziellem Sechsganggetriebe soll Technik aus der höchsten Motorsportklasse in einem Straßenfahrzeug für Popularität sorgen.

Kleine Kastenwagen liegen in Japan derzeit besonders im Trend - folglich befassen sich auch Studien damit. Der Retro-Kombi Mazda Secret Hideout kommt ohne Mittelsäule aus, hat gegenläufig öffnende Türen und ein Interieur im Stil der 50er-Jahre. Hingegen tritt der nach dem gleichen Muster konzipierte Suzuki Lapin zusätzlich mit einem Rolldach, Zweifarblackierung und modischer Inneneinrichtung auf. So sollen trendbewusste Menschen durch den Tokioter Verkehr rollen.

Daimler-Chrysler präsentiert nagelneuen Studie in Tokio

Als einzige europäische Marke ist Daimler-Chrysler mit einer nagelneuen Studie nach Tokio angereist. Der F400 Carving widmet sich dem Thema Fahrdynamik mit zukunftsweisender Fahrwerkstechnik. Der Clou des zweisitzigen Spaßroadsters ist ein neuartiges System, das den Sturzwinkel der äußeren Räder in Kurven bis zu 20 Grad vergrößert, sie einem Motorradfahrer ähnlich in die Kurve legt.

In Kombination mit neu entwickelten Reifen, deren Lauffläche ein asymmetrisches Profil zeigen, werden erheblich höhere Seitenführungskräfte übertragen als bei einem Fahrwerk mit herkömmlich in der Senkrechten fixierten Rädern. Die Sturzänderung bedeutet ein beachtliches Plus an Querbeschleunigung - sprich: Kurvengeschwindigkeit - und Fahrsicherheit bei gleichzeitiger Steigerung an Fahrspaß.

Man sieht, auch dieses Mal wird die Tokio Motor Show ihrer Rolle als automobile Spielzeugmesse für Erwachsene gerecht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%