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Einheitlich im Minus

Morgen feiern die Amerikaner Thanksgiving. Doch die Aussicht auf einen freien Tag mit einem dicken Truthahn auf dem Tisch hebt die Laune der Börsianer nicht an. Die unausgeglichene Wirtschaftslage, ein abschwächendes Wirtschaftswachstum und die ungeklärte Präsidentschaftswahl geben Investoren keinen Grund zu investieren. Der Nasdaq Index und der Dow Jones Index starten einheitlich in der Verlustzone.

Die Sektoren, die von einer Bush Präsidentschaft profitieren könnten, eröffnen schwächer. Betroffen sind die Tabakaktien und die Pharma- und Gesundheitswerte. Philip Morris und Merck stehen auf der Dow Jones Verliererliste. Microsoft zieht den Nasdaq Index nach unten. Gestern Abend entschied das Oberste Gericht von Florida zu Al Gores Gunsten. Das Gericht will handgezählte Stimmen gelten lassen. In den Bezirken, in denen noch einmal manuell gezählt wird, überwiegen demokratische Wähler. Durch dieses Verfahren erhoffen sich die Demokraten eine Mehrheit. Am Sonntag sollen die Auszählungen beendet sein, doch erst mal drückt die Unsicherheit über den Ausgang der Wahl auf das Gemüt der Wall Street.



Coca

-Cola dagegen schafft es sofort auf den Siegerplatz des Dow Jones Index. Der Getränkeriese nimmt sein Gebot für den Lebensmittelkonzern Quaker Oats zurück, nachdem die Wall Street die Übernahmepläne mit Aktienverkäufen bestraft hatte. Quaker stellt das Sportgetränk Gatorade her, an dem auch PepsiCo interessiert ist. Pepsi hatte vor einigen Wochen ein Gebot abgegeben, dass Quaker jedoch abgelehnt hatte. Marktbeobachter meinen, Quaker müsste nun das Pepsi-Gebot noch einmal überdenken. Als dritter Bewerber im Bunde hat sich allerdings Danone eingeschaltet. Der französische Hersteller von Molkereiprodukten hat bislang noch kein konkretes Gebot abgegeben. Quaker, Danone und Pepsi verlieren vorbörslich an Wert.



Ebenfalls schwächer notiert die Aktie von Intuit. Der Anbieter von Finanzsoftware warnt die Anleger am Morgen vor. Statt der ursprünglich prognostizierten Umsatzes von 485 Millionen Dollar wird Intuit voraussichtlich nur Einnahmen zwischen 455 und 465 Millionen Dollar melden.



Von gestrigen Kursverlusten kann sich Yahoo erholen. Wachstumsbedenken, nach denen sich die Höhe der Werbeeinnahmen weiter rückläufig entwickelte, schadeten dem Internetportal. Goldman Sachs greift dem Wert unter die Arme. Befürchtungen, dass sowohl Umsatz als auch Gewinn im vierten Quartal enttäuschen könnten, schienen überzogen. Weiter dürfte das robuste Weihnachtsquartal die Schwäche bei den Werbeeinnahmen ausgleichen.



General Electric eröffnet mit Verlusten. Das Gerücht, General Electric werde eine Gewinnwarnung veröffentlichen belastete den Wert. Mittlerweile hat das Unternehmen die Meldungen bereits dementiert.



Einen Kursrutsch muss Novell im frühen Handel hinnehmen. Der Softwarekonzern verbuchte im vergangenen Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch von 99 Prozent. Das Ergebnis erfüllte die bereits reduzierten Analystenprognosen. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent zurück. Auch was die Zukunftsaussichten angeht, zeigen sich die Analysten skeptisch. Goldman Sachs korrigierte die Umsatzerwartungen bereits um 45 Millionen Dollar auf 1,13 Milliarden Dollar nach unten. Den Gewinn reduzieren sie von 25 Cents auf 17 Cents pro Aktie. Mit Kursgewinnen sei erst wider zu rechnen, wenn Novell neue Produkte etablierte und die Absatzkanäle restrukturiert hat.



Eine Reihe positiver Analystenkommentare und optimistische Zukunftsprognosen sind das Resultat der gestrigen Konferenz bei Nortel. Man rechne für 2001 wieder mit einer Erholung der IT Ausgaben für den Sektor der Glasfasertechnologie. Wie bereits gestern bekannt wurde, bestätigte das Unternehmen die Ertrags- und Umsatzprognosen für das vierte und erste Quartal. Das Management deutete an, dass die Gewinnmargen im kommenden Jahr um 50 Basispunkte auf 43,6 Prozent steigen sollten. Die Analysten von Credit Suisse zeigten sich zufrieden. Nortel habe Performancestärke und die Tiefe der Produktpalette unterstrichen.

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