Einheitliche Kennziffer für die Management-Kosten gefordert
DSW will bei Fonds mehr Transparenz erzwingen

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Zahl der Anleger, die ihr Geld ausschließlich in Aktienfonds stecken, auf sieben Millionen mehr als verdreifacht. Jeder dritte neue angelegte Euro fließt in solche Fonds speziell auch für die Altersvorsorge. Mit der Riester-Rente wird sich der Trend deutlich verstärken. Grund genug für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), sich dieser relativ neuen Klientel unter den Aktiensparern verstärkt anzunehmen.

pt BERLIN. Mit zehn Leitlinien will die Aktionärsvereinigung die Verwalter der rund 5 000 deutschen Investmentfonds ermuntern, die Transparenz zu erhöhen. "Bislang fehlt in Deutschland ein Code of Best Practice oder ein Code of Good Conduct für Investmentfonds. Die Einrichtung solcher Leitlinien ist also dringend geboten," begründete DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker den Schritt.

So fordert die DSW, dass sich die Fonds auf einheitliche Standards für die Bilanzierung und eine einheitlich definierte Kennziffer für die Kosten (Total-Expense-Ratio - TER) verständigen. Neben den Transaktionskosten sollen auch die Depotbankvergütung, sowie alle Kosten offen gelegt werden, die vom Sondervermögen abzogen werden. Nur so gewinne der Anleger eine realistische Einschätzung der Rendite seiner Anlage. Renditevergleiche mit ähnlichen Fonds oder relevanten Indizes müssten ebenso zur Selbstverständlichkeit werden, wie die aktive Unterstützung professioneller Ratingagenturen, fordert die DSW.

Zur Stärkung der Unabhängigkeit des Fondsmanagements sollen die Fonds eigene Richtlinien zum Thema "Corporate Governance" entwickeln, deren Einhaltung von einem "Corporate Governance Ausschuss" überprüft wird. Damit der in Zukunft eher zunehmende Einfluss der Fonds auf die Unternehmenspolitik im Interesse der Anleger wahrgenommen wird, drängt die DSW darauf, dass das Fondsmanagement seine Abstimmungsgrundsätze ins Internet stellt. Vor allem bei ausländischen Gesellschaften, sagt DSW-Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher, gehe es zunächst darum zu erreichen, dass sie überhaupt ihr Stimmrecht ausübten. Benner-Heinacher will die Leitlinien vor allem als Aufforderung an den Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) verstanden wissen, selbst tätig zu werden. Nur wenn die vom DSW erstellten Leitlinien Schule machten, blieben der Branche in Zukunft härtere Auflagen durch den Gesetzgeber erspart.

BVI-Sprecher Andreas Fink kritisierte das Vorpreschen der DSW. Der Verband arbeite seit langem an eigenen Wohlverhaltensrichtlinien, die noch in diesem Jahr auf einer Mitgliederversammlung verabschiedet werden sollen, kündigte er an. "Die Investmentfonds sind im übrigen das Transparenteste, was aus dem deutschen Finanzmarkt zu haben ist." Freilich gebe es nichts, was nicht noch verbessert werden könne. "Daher sind wir auch zum Gespräch mit der DSW bereit." Doch Forderungen wie die, dass jedes Unternehmen seine Produkte einem Rating unterziehen müsse, zielten weit über das Ziel hinaus, meinte Fink.

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