Einheitliche Regelung für Europa?
Mayer-Vorfelder will Ausländeranteil reduzieren

Ungeachtet der Kritik aus den Vereinen will Gerhard Mayer-Vorfelder seine Pläne zur Reduzierung des Ausländeranteils in der Fußball-Bundesliga forcieren. Dabei setzt der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf eine europaweit einheitliche Regelung.

HB/dpa STUTTGART. "Es macht keinen Sinn, wenn nur ein Land einen Vorstoß unternimmt. Das Thema ist bereits im Exekutiv-Komitee der Uefa angesprochen worden. Es gibt einen großen Konsens", sagte Mayer- Vorfelder am Rande des Länderspiels zwischen Deutschland und Italien in Stuttgart.

Ziel des DFB-Chefs ist es, pro Anfangself eine Mindestzahl von sechs für die heimische Nationalmannschaft spielberechtigten Profis zu verankern. Derzeit müssen die Bundesliga-Vereine vor Saisonbeginn zwölf deutsche Spieler melden, es muss aber keiner in der ersten Elf spielen. "Ich glaube schon, dass wir bei der Uefa eine Lösung hinbekommen, aber dies ist ein langwieriger Prozess", sagte Mayer- Vorfelder, der Mitglied der Uefa - und Fifa-Exekutive ist. Der 70- Jährige geht davon aus, dass es noch mindestens ein Jahr dauert, ehe die Pläne so weit fortgeschritten sind, um in Gespräche mit der EU treten zu können.

Gerade darin sieht der Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL), Werner Hackmann, die entscheidende Hürde. "Ich halte es für eine Illusion, zu glauben, mit Brüssel über eine Quotierung verhandeln zu können. Das ist rechtlich nicht durchsetzbar, wir leben in der EU, die Grenzen sind offen", sagte Hackmann. Auch Sportrecht-Anwalt Christoph Schickardt sieht juristisch keine Chance für eine solche Regelung, machte aber einen anderen Vorschlag: "Einziger Ausweg wäre eine Belohnung für Clubs, die besonders auf deutsche Spieler setzen.

5 Millionen Euro aus dem Fernseh-Top oder drei Punkte zusätzlich", sagte der Ludwigsburger der "Bild"-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe). Grund für Mayer-Vorfelders Initiative ist die rasant wachsende Zahl von "Bundesliga-Legionären" in den vergangenen zehn Jahren. In der Saison 1994/95, der letzten vor dem Bosman-Urteil, betrug der Ausländeranteil in der Bundesliga 21,1 Prozent. Zum diesjährigen Saisonstart hatten erstmals mehr als 60 Prozent der Spieler keinen deutschen Pass. "Eine solche Quote ist sehr gefährlich für die Entwicklung der deutschen Talente, sagte Mayer-Vorfelder.

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