Einheitliche Richtlinien verabschiedet
EU schiebt Riegel vor den Insiderhandel

Marktmissbrauch und Insiderhandel soll an den EU- Finanzmärkten künftig einheitlich einen Riegel vorgeschoben werden. Die EU- Finanzminister verabschiedeten am Dienstag eine entsprechende EU-Richtlinie.

vwd BRÜSSEL. Wie der dänische Finanzminister und Ratspräsident Thor Pedersen bei dem Treffen der Minister in Brüssel mitteilte, wurde das Gesetz ohne Debatte angenommen. Ende Oktober hatte das Europäische Parlament der Richtlinie bereits zugestimmt, die Anfang 2003 in Kraft treten soll. Die EU-Staaten haben 18 Monate Zeit, sie in nationales Gesetz umzusetzen.

Die Richtlinie deckt sowohl Insiderhandel als auch Marktmissbrauch ab und soll Anleger vor Manipulationen schützen. Sie soll zur Harmonisierung der bislang unterschiedlichen Vorgaben über Marktmissbrauch in den EU-Staaten führen. Die Länder müssen eine Aufsichtsbehörde zur Überwachung benennen. Bestraft werden soll, wer vorsätzlich oder fahrlässig falsche Informationen weitergibt und finanziell oder anderweitig davon profitiert. Journalisten, die in gutem Glauben falsche Informationen erhalten und weitergeben, sollen dagegen nicht Gefahr laufen, wegen Marktmanipulation belangt zu werden.

Die Marktmissbrauch-Richtlinie ist Bestandteil des Vorhabens, bis 2003 die EU-Märkte für Wertpapiere und Wagniskapital zu integrieren. Sie ist die erste Gesetzgebung, die im beschleunigten Verfahren nach dem Lamfalussy-Ansatz verabschiedet wurde. EU-Binnenmarkommissar Frits Bolkestein begrüßte die Annahme. Die Richtlinie führe zu einer stärkeren Integration der Finanzmärkte und damit zu mehr Vertrauen bei Investoren und der Öffentlichkeit, meinte er in Brüssel.

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