Einheitlicher Funkstandard geplant
Über die Funkzentrale im Cockpit die Büro-Fenster schließen

Der Anteil elektronischer Komponenten bei Fahrzeugen nimmt stetig zu - die Elektronisierung des Cockpits zählt zur Zeit zu den wichtigsten Entwicklungen in der Automobilindustrie. Die dadurch erzielten Komfort- und Sicherheitsstandards stellen inzwischen einen wichtigen Wettbewerbsfaktor dar.

HB DÜSSELDORF. Bei der Elektronik im Auto spielt die Funkdatentechnologie eine zentrale Rolle. Immer mehr elektronische Anwendungen werden in Zukunft via Funk gesteuert. Die Integration aller Funktionen über ein zentrales Bedienungsgerät ist die Herausforderung für die Zukunft.

Die drahtlose Datenübertragung macht einerseits viele Anwendungen für den Nutzer bequemer, einfacher und kostengünstiger. Beispiele für kabellose Anwendungen sind fernbedienbare Standheizungen und Türöffner. Diese gehören in der Regel bereits zur Serienausstattung.

Andererseits werden manche Anwendungen überhaupt erst möglich durch die drahtlose Übertragung. Ein Beispiel hierfür stellen Reifenluftdruckkontrollsysteme dar. Sie erhöhen die Fahrtsicherheit und beu-gen Unfällen vor. Dies geschieht, indem Drucksensoren schon geringe Abweichungen des Luftdrucks erfassen und an eine zentrale Elektronik funken.

Der Fahrer erhält bei geringsten Veränderungen eine Warnung. In den USA werden Reifenluftdruckkontrollsysteme ab dem kommenden Jahr gesetzliche Vorschrift. Auch in Europa steigt die Nachfrage nach derartigen Lösungen. Gegenwärtig produzieren schon verschiedene Unternehmen Reifenluftdruckkontrollsysteme für Pkw, die bei vielen Modellen fast aller Marken zum Einsatz kommen.

Der Funk-Trend wird sich in Zukunft weiter verstärken. Denn die Kunden erwarten immer mehr Komfort und Bedienungsfreundlichkeit. Es ist davon auszugehen, dass das Cockpit der Zukunft eine zentrale Kommunikationsplattform sein wird, die mit der Außenwelt in Verbindung steht und die unterschiedlichen Anwendungen integriert. Dabei rückt die Datenübertragung zwischen Fahrzeug und Gebäuden ins Blickfeld der Ingenieure. In naher Zukunft werden Autofahrer während der Fahrt die Heizung in ihrem Wohnzimmer regeln, die Alarmanlage ihres Hauses aktivieren oder die Fenster ihres Büros schließen können. Umgekehrt wird es möglich sein, vom Arbeitszimmer aus die Tankfüllung des Pkw zu kontrollieren, den nächsten Inspektionstermin abzulesen oder das Schiebedach zu schließen. Beschränkt sich gegenwärtig die elektronische Abfrage von Statusinformationen in der Regel noch auf einen Umkreis von wenigen Metern, so stellt die Kommunikation über größere Entfernungen künftig die Norm dar.

Theoretisch wären diese Anwendungsbeispiele bereits umsetzbar. Noch bilden sie aber nicht die Realität in der Serienfertigung ab. Bisher spricht die Vielfalt der unterschiedlichen Übertragungsverfahren dagegen. So entwickeln die einzelnen Hersteller jeweils ihre eigenen Systeme, die untereinander nicht kompatibel sind. Der Kunde verlangt jedoch nach Benutzerfreundlichkeit und geringem Aufwand. Es ist ihm nicht zuzumuten, für jede Anwendung ein separates Bedienungsgerät zu nutzen. Produzenten und Zulieferer arbeiten deshalb bereits an einer Harmonisierung, damit alle Funktionen zentral zu bedienen sind. Diese wird auch mit Sicherheit kommen, wahrscheinlich in Schritten.

Denkbar wäre zum Beispiel, dass sich die Hersteller einzelner Segmente auf die Zusammenführung der Systeme über einen Empfänger einigen. Von dort aus könnten die Anwendungen dann Schritt für Schritt weiterentwickelt und weiter vereinheitlicht werden.

Die Gebäudeautomation hat es bereits vorgemacht. Hier ermöglicht der neue Standard Konnex eine genormte Funkkommunikation zwischen elektronischen Systemen unterschiedlicher Anbieter.

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