Einige Buchläden in New York öffeneten schon kurz nach Mitternacht
Clinton-Memoiren finden regen Absatz

Mit viel Medienrummel hat der weltweite Verkauf der schriftlichen Memoiren von der Ex-First-Lady Hillary Rodham Clinton begonnen. Wie in den USA, fand "Gelebte Geschichte" auch beim Verkaufsstart am Dienstag in Deutschland Buchhändlern zufolge regen Absatz.

Reuters BERLIN. In Deutschland sei der Verkauf des Buchs Ex-US-Präsidenten Bill Clinton gut angelaufen, sagte eine Mitarbeiterin der Buchladenkette Hugendubel. Genaue Zahlen lägen jedoch erst Ende der Woche vor. "Fantastisch" nannte eine Sprecherin des Econ-Verlags den Verkaufsstart des Buchs, in dem Hillary Clinton auch Details zur Affäre ihres Mannes mit der Praktikantin Monica Lewinsky preis gibt. Die deutsche Startauflage bezifferte der Econ auf 100 000. Neben den USA und Deutschland sei "Gelebte Geschichte" zeitgleich in zwölf weiteren Ländern erschienen, darunter auch in China.

In New York standen am Montag zahlreiche Menschen vor einem Buchladen Schlange, in dem Clinton zum Verkaufsstart ihr Werk persönlich signierte. Der Rummel um das Buch war so immens, dass einige Buchhandlungen bereits eine Minute nach Mitternacht öffneten, um das über 600 Seiten starke Werk an die Leser bringen zu können. Mit einem Verkaufsschlager rechnet nicht zuletzt Clintons US-Verleger Simon & Schuster, der ihr acht Mill. Dollar (rund 6,8 Mill. Euro) für das Buch zahlte.

Sie habe ein gutes Gefühl gehabt, als sie über ihr Privatleben schrieb, sagte Clinton bei der Buchpräsentation in Manhattan. Sie habe ihre Sicht solcher Ereignisse wie der Lewinsky-Affäre wiedergeben wollen, da diese öffentlich gemacht worden seien, um die Clintons politisch zu schwächen. "Ich musste in meinen Memoiren auf das eingehen, was öffentlich war und ich habe versucht, das so zu machen, dass es einige Einblicke und Informationen bieten kann." Im Juli wird sie Verlagsangaben zufolge ihr Buch auch dem deutschen Publikum persönlich vorstellen.

Hillary Clinton beschreibt in der Autobiografie unter anderem ihre Reaktion, als ihr Mann seine Affäre mit Lewinsky, der damaligen Praktikantin im Präsidialamt, nach langem Leugnen gestand. Es sei "die verheerendste, schockierendste und schmerzlichste Erfahrung" in ihrem Leben gewesen. "Als Ehefrau wollte ich Bill den Hals umdrehen. Doch er war nicht nur mein Mann, sondern auch mein Präsident, und er führte Amerika in einer Art, die ich nach wie vor befürworte." Die Lewinsky-Affäre hatte die USA 1998 monatelang in Atem gehalten und fast zum vorzeitigen Ende der Präsidentschaft von Bill Clinton geführt.

Als New Yorker Senatorin steht Hillary Clinton mittlerweile mehr im Rampenlicht der politischen Bühne als ihr Ehemann, mit dem sie 1993 bis 2001 im Weißen Haus wohnte. Kritiker vermuten, "Gelebte Geschichte" sei daher Teil einer Image-Kampagne, die auf eine Präsidentschaftskandidatur der Ex-First-Lady abziele. Diese hatte Clinton jedoch zuletzt immer wieder ausgeschlossen. Sie sei gerne Senatorin und werde das auch bleiben, beteuerte sie am Montag erneut.

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