Einige Gesellschaften versprechen mehr, als sie leisten können
Bei privaten Sofortrenten gibt es große Unterschiede

BERLIN. Wer sein Einkommen im Alter durch eine Privatrente aufbessern will, sollte bei der Auswahl der Versicherungsgesellschaft genau hinschauen. Die Zeitschrift Finanztest nahm 126 Tarife für Frauen und Männer unter die Lupe und ermittelte große Differenzen bei der monatlichen Auszahlung.

dpa "Die Unterschiede zwischen einem guten und einem schlechten Tarif sind im Portemonnaie deutlich sichtbar", fasste "Finanztest"- Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen die Untersuchungsergebnisse am Dienstag in Berlin zusammen. Geprüft wurden die Tarife für eine private Lebensversicherung, bei der ein 65 Jahre alter Mann oder eine gleichaltrige Frau einen Einmalbetrag von 100 000 DM einzahlen und sofort eine monatliche Rentenzahlung erhalten.

Nach den Worten von Tenhagen liegt die Sofortrente für einen 65- Jährigen beim BHW-Tarif bei konstant rund 800 DM monatlich, bei der konkurrierenden Versicherungsgesellschaft Ideal bei rund 640 DM. Bei Frauen, die wegen der etwa vier Jahre höheren Lebenserwartung geringere Auszahlbeträge erhalten, liegt die Spanne zwischen 750 DM (Debeka) und rund 610 DM (Ideal). Tenhagen wies darauf hin, diese privaten Rentenversicherungen hättem nichts mit der staatlich geförderten Eigenvorsorge fürs Alter zu tun, die noch vom Bundesrat gebilligt werden muss.

Tenhagen warnte deshalb vor übereilten Vertragsabschlüssen für die neue Eigenvorsorge. Wer einen förderfähigen Vertrag abschließen wolle, "der sollte mindestens bis Januar warten", empfahl er. Zugelassene Altersvorsorgeprodukte, die den Förderkriterien des Bundesarbeitsministeriums entsprechen, seien frühestens 2002 am Markt.

Fondssparen statt Lebensversicherung

Ungeklärt ist zudem noch, ob so genannte Altverträge kostenfrei auf die neuen Bestimmungen umgestellt werden können. Als Altverträge gelten nach Darstellung der Finanztester alle Versicherungsverträge mit Abschluss vor dem 31. Dezember 2001.

Wer Wert auf höhere Erträge Wert legt, dem empfahl Tenhagen statt einer privaten Rentenversicherung eine Investmentfonds-Anlage. "Die Fondsauszahlungspläne strickt man sich am besten selbst", meinte er. Bei der Geldanlage in Aktienfonds müsse allerdings das Kursrisiko bedacht werden. Dieses könne dazu führen, dass das Vermögen nicht bis ans Lebensende reicht. "Historisch betrachtet ist die Chance, mit Aktienfonds gut zu verdienen, allerdings deutlich größer als das Verlustrisiko."

Von den jeweils 63 Männer- und Frauentarifen für eine private Lebensversicherung gegen "Einmaleinzahlung" schnitten jeweils drei mit dem Prädikat "sehr gut" ab. Das Testurteil "gut" wurde 16 Mal für Männertarife und 25 Mal für Frauentarife vergeben. Ein Frauentarif (WWK) sowie zwei Männertarife (Vereinte und Concordia) schnitten "mangelhaft" ab, da diese Gesellschaften nach dem Urteil der Finanztester "mehr versprechen als sie leisten können".

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