Einige Schlüsselpositionen sollen noch diese Woche besetzt werden
Deutsche Bank forciert nach Mitchells Tod Konzern-Umbau

Die Deutsche Bank will nach Angaben aus Branchenkreisen ihren Konzern-Umbau beschleunigen, um die Unsicherheit nach dem überraschenden Tod von Vorstandsmitglied Edson Mitchell zu reduzieren und Kontinuität sicher zu stellen.

Reuters FRANKFURT. Dennoch sei nicht davon auszugehen, dass die größte deutsche Bank schon bald einen Nachfolger für den am 22. Dezember bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Mitchell benennen werde. Der 47-jährige Investmentbanker hätte im Zuge des anstehenden Konzernumbaus eine Schlüsselposition einnehmen und die Strategie der Bank über Jahre mitprägen sollen.

Deutsche Bank - Intraday-Chart

Die Deutsche Bank werde aber noch im Laufe der Woche einige Schlüsselpositionen im Bereich Investment-Banking besetzen. Ursprünglich wollte das Geldhaus Details zur geplanten Umstrukturierung im Februar bekannt geben.

Zusammen mit dem designierten Vorstandssprecher Josef Ackermann galt Mitchell als einer der Architekten der neuen Struktur. Anfang Dezember hatte die Bank angekündigt, ihre bislang fünf Unternehmensbereiche zu den zwei Bereichen "Unternehmen und institutionelle Kunden" sowie "Vermögensverwaltung und Privatkunden" zusammenzufassen. Nach Einschätzung von Analysten hätten Mitchell und sein Vorstandskollege Michael Philipp an die Spitze der beiden Bereiche rücken sollen.

"Einige Teile des Konzern-Umbaus werden vorangebracht werden. Es werden vermutlich noch in dieser Woche wichtige Entscheidungen getroffen werden", hieß es in den Kreisen. Für Mitchell, der erst vor wenigen Monaten in den Vorstand der Deutschen Bank aufgerückt war, gibt es keinen Nachfolgekandidaten. Die Bank hielt sich bislang mit der Nennung von Namen ebenfalls zurück. Auch seien viele Mitarbeiter des Hauses, auch aus Mitchells engstem Stab, erst am Dienstag aus dem Urlaub zurückgekehrt und hätten bislang noch keine Zeit gehabt, auf den Tod des Vorstands zu reagieren. "Wenn es irgendwelche Diskussionen (über die Nachfolge) gibt, dann haben sie gerade erst begonnen", hieß es in den Kreisen weiter. Die Belegschaft verarbeite noch den Schock.

Vorstandssprecher Rolf Breuer hatte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in der aktuellen Ausgabe gesagt, Ackermann werde zunächst Mitchells unmittelbare Arbeitsgebiete mit übernehmen. Die Bank stehe bei der Besetzung von Mitchells Position nicht unter Zeitdruck. Am Dienstag sagte ein Sprecher, es gebe keine sofortige Notwendigkeit für eine abschließende Bekanntmachung auf der Ebene des Deutsche-Bank-Vorstandes. Es gebe auch keine Anzeichen dafür, dass der Tod Mitchells in dem sensibelen Bereich Investmentbanking zu Abgängen führen werde. "Es gibt nicht das geringste Anzeichen dafür, dass Leute gehen wollen" sagte der Sprecher. Das Gegenteil sei der Fall.

Die Aktie der Deutschen Bank notierte am Dienstagnachmittag mit rund 1,69 % im Minus bei 88,00 Euro. Der Dax lag zur gleichen Zeit um rund 0,57 % im Minus.

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