Einige Tränen - und der Blick nach vorn
Was wird nun aus Hillary Clinton?

Die im parteiinternen Rennen der Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur unterlegene Hillary Clinton überwindet sich und wirbt in einer ehrlichen und fulminanten Rede für ihren Rivalen Barack Obama. Doch eine Frage, die ihre Anhänger doch so gerne beantwortet hätten, lässt sie offen.

WASHINGTON. Die Verliererin wollte schnell klar machen, dass diese Rede anders als alle früheren sein würde. Kaum hatte Hillary Clinton im National Building Museum in Washington mit ihrem letzten Wahlkampfauftritt begonnen, da versprach sie schon ihrem Konkurrenten Barack Obama ihre volle Unterstützung. Die Worte klangen in diesem Moment zwar noch hölzern und kosteten die New Yorker Senatorin ganz offensichtlich einiges an Überwindung. Doch die Botschaft der Abschiedsrede war unmissverständlich: Keine Zweifel sollten diesmal daran aufkommen, dass sich Hillary den Realitäten gebeugt hat.

Dass die Aufforderung an ihre Anhänger, nun für Barack Obama zu kämpfen, zunächst bemüht klang, ließ Hillarys Auftritt jedoch um so ehrlicher erscheinen. Die 60-Jährige selbst hatte geraume Zeit gebraucht, um sich mit der Tatsache ihrer Niederlage abzufinden. Und ihre tausende Anhänger, die am Samstag bei schwülheißem Wetter nach Washington gekommen waren, quittierten Hillarys Appell mit Beifall – aber auch mit reichlich Pfiffen und Buh-Rufen. Für viele Hillary-Fans ist noch immer schwer zu verdauen, dass der Versuch, eine Frau ins Weiße Haus zu wählen, gescheitert ist. Nun ihre Sympathien so einfach auf den Rivalen zu übertragen, funktioniert nicht per Knopfdruck.

Also spendete Clinton Trost und Rat: „Denkt nicht daran, was wäre wenn“, rief sie ihren Anhängern zu. „Jeder Augenblick, den wir auf die Vergangenheit verschwenden, hindert uns, nach vorne zu blicken", sagte sie. Einige ihrer Unterstützer mussten bei diesen Worten kräftig schlucken, manche ließen ihren Tränen freien Lauf. Als Hillary im zweiten Teil ihrer Rede die Einheit der Demokratischen Partei beschwor und erneut für ihren Rivalen warb, da hatte sich die Stimmung schon etwas gewandelt. Das tiefe emotionale Tal im Saal schien durchschritten, so langsam rückte das eigentliche Ziel ins Blickfeld: Die Wahlen im Herbst, bei denen sich Barack Obama und sein republikanischer Gegenspieler John McCain messen werden.



 Hillary Clintons Rede im National Building Museum in Washington





Seite 1:

Was wird nun aus Hillary Clinton?

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%