Einige Unternehmen profitieren von ihrem scharfen Sparkurs: Neuer Markt: Software-Aktien überraschen

Einige Unternehmen profitieren von ihrem scharfen Sparkurs
Neuer Markt: Software-Aktien überraschen

Auch wenn die Bilanzsaison gerade erst angelaufen ist, die ersten erfreulichen Überraschungen vom Neuen Markt gibt es bereits. Die Tendenz dabei: Gerade Unternehmen aus der Software- und IT-Branche, die im vergangenen Jahr häufig ihre Prognosen wegen schwacher Nachfrage reduzieren mussten, haben einen scharfen Sparkurs eingeleitet und setzen nun mit ihren Zahlen neue Akzente.

scc FRANKFURT/M. Ins Jahr 2002 blicken sie mit gestärktem Optimismus. Für Anleger lautet die Frage: Einsteigen und damit möglichst früh von einem eventuellen Aufwärtstrend profitieren oder lieber abwarten, ob sich der positive Trend auch stabilisiert? Die Antwort hängt zu einem großen Teil von der Spekulationsfreudigkeit des einzelnen ab.

Aktuelles Beispiel: Brain International. Das Freiburger Software-Unternehmen meldete am Montag, den Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) im vergangenen Jahr von 40,8 auf 5,1 Mill. Euro verringert zu haben. Am Ende des gerade angelaufenen Jahres sollen zudem wieder schwarze Zahlen erzielt werden. Daraufhin waren der Brain-Aktie am Montag zweistellige Zuwächse gewiss. Unter Analysten gilt die Aktie trotz eines inzwischen wieder erreichten Niveaus von 2,60 Euro als günstig. Nach etlichen herben Enttäuschungen in der Vergangenheit gibt es allerdings noch immer ein gewisses Maß an Skepsis. Einsteigen sollten auf dem derzeitigen Niveau aber bestenfalls spekulative Naturen. Alle anderen sollten erst dann kaufen, wenn das neue Management bewiesen hat, dass es Brain wieder profitabel machen kann, meinen die Analysten von AC Research.

In diesem Punkt hat der Darmstädter Wettbewerber MIS einen gewissen Vorteil. Der Software-Hersteller erzielte im vergangenen Jahr bereits ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von 0,2 Mill. Euro nach einem Minus von 6 Mill. Euro im Jahr 2000, das ganze bei einem Umsatzzuwachs von 24 % auf 60,8 Mill. Euro. Dass MIS im laufenden Jahr mehr auf Profitabilität denn auf Wachstum konzentrieren will, begrüßt Stefan Chahsari von Concord Research. Auch lobt er, dass sich MIS nach einem teuren geschäftlichen Abenteuer im Korea von dort zurückzieht und künftig nur noch in Europa tätig sein wird. Positiv auch, dass es künftig kaum noch außergewöhnliche Abschreibungen geben wird, die das Ergebnis belasten. Den fairen Wert der MIS-Aktie sieht Chahsari bei 8 Euro. Am Montag fiel sie um 1 % auf 5,86 Euro. Aber auch zu MIS gibt es unterschiedliche Ansichten. Während Tobias Sittig das Papier von BNP Paribas als "Outperformer" einstuft und ihm damit eine bessere Entwicklung als dem Gesamtmarkt zutraut, raten die Experten der Commerzbank zum Reduzieren. Noch immer sei das Marktumfeld sehr schwach, heißt es von dort.

Ein Argument, das auch in Zusammenhang mit der Bechtle AG immer wieder genannt wird. Doch der Gaildorfer IT-Dienstleister überraschte in der vergangenen Woche mit einem um über 30 % auf 639 Mill. Euro gesteigerten Umsatz, geplant waren 614 Mill. Euro. Zum Ergebnis ließ Bechtle zwar nichts verlauten, für Hoffnung sorgt jedoch, dass es nach neun Monaten bereits bei 10 Mill. Euro lag. "Übergewichten" sagt deshalb Hans-Peter Kuhlmann von der BW-Bank. Zumal die Aktie mit derzeit 8,58 Euro günstig bewertet sei.

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