Einigung auf Mittelwert
OPEC will Öl-Fördermenge senken

Die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wollen weniger Öl fördern und so die Preise für Rohöl auf den Weltmärkten wieder anheizen. Es werde eine Drosselung von etwa eine Million Barrel täglich geben, sagte OPEC-Präsident Schakib Chelil nach stundenlangen Verhandlungen am Freitagabend in Wien.

dpa-afx WIEN. Im Vorfeld der Tagung war eine Reduzierung der Fördermenge um 500 000 bis zu 1,5 Mill. Barrel pro Tag im Gespräch gewesen; schließlich einigten sich die elf Mitgliedsländer auf einen Mittelwert. Die EU-Kommission in Brüssel zeigte sich "beunruhigt" über die Drosselung.

Der genaue Beschluss über die Mengenreduzierung werde am Samstag offiziell verkündet, erklärte Chelil. Mit der Drosselung wollen die Mitgliedsstaaten des Kartells verhindern, dass der Ölpreis an den Weltmärkten mit dem Ende der Heizperiode in der nördlichen Hemisphäre nachgibt; er soll vielmehr wieder steigen. Die Ölpreise hatten im vergangenen Herbst ein Hoch von mehr als 34 US-D ollar (gut 74 DM) pro Barrel (gut 159 Liter) der Nordsee-Referenzsorte Brent erreicht. Ab Ende November ging es dann mehr oder wenig stetig bergab. Allerdings legte der Preis am Freitag in Vorwegnahme der OPEC-Entscheidung wieder zu. Er stieg in London um mehr als 70 US-Cent (gut 1,50 DM) auf knapp 26 $ (57 DM) - lag damit aber noch immer weit unter den Herbstwerten.

Wegen ihres Bemühens, die Preise wieder nach oben zu drücken, mussten sich die OPEC-Staaten gegen Vorwürfe verteidigen, sie setzten für die Erhöhung eigener Einkünfte die sowieso schon schwächelnde Weltkonjunktur aufs Spiel. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte in Brüssel mit Blick auf die Weltwirtschaft zu der sich abzeichnenden Drosselung: "Das ist nicht der richtige Moment, um so etwas zu machen." Der saudi-arabische Ölminister Ali el Nuajimi sagte dagegen in Wien, hohe Ölpreise seien "absolut nicht" für die abschlaffende Weltkonjunktur verantwortlich.

Bereits im Februar hatten die Mitgliedsstaaten ihre Fördermenge um täglich 1,5 Mill. Barrel reduziert, um die Ölpreise zu stabilisieren. Allerdings hielten sie diesen Beschluss nicht ganz durch: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA förderten die OPEC-Länder während des vergangenen Monats täglich 27,81 Mill. Barrel und damit nur eine Million weniger als zuvor.

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