Einigung auf neue Struktur für den Flugzeugbauer – Beginn der Zeichnungsfrist für EADS-Aktien
A 3XX eint die Airbus-Partner

kol/jojo/and DÜSSELDORF. Die Partnerunternehmen des Flugzeugkonsortiums Airbus haben sich offenbar auf den Verkaufsstart des Riesen-Airbus A 3XX geeinigt. Die Anzeichen dafür mehrten sich, als kurzfristig eine Pressekonferenz, bei der über Details zum Börsengang des neuen europäischen Luft- und Raumfahrtriesen EADS informiert werden soll, von Amsterdam nach Paris verlegt wurde. Dort äußert sich heute die EADS-Spitze.

Zur EADS verschmelzen Daimler-Chrysler Aerospace (Dasa), Aerospatiale-Matra und die spanische Casa. Zusammen halten die drei Unternehmen 80 % der Anteile an Airbus. Die restlichen 20 % liegen beim britischen Partner BAE Systems.

Mit dem Verkaufsstart des A 3XX, der mit 550 Sitzplätzen das größte jemals gebaute Verkehrsflugzeug sein wird, fällt auch die endgültige Entscheidung, wo die Riesenmaschine montiert wird. Nach bisherigen Planungen soll das Flugzeug in Toulouse gebaut werden. Dann soll es nach Hamburg geflogen werden, wo die Innenausstattung eingebaut wird. Strittig war bis zuletzt, ob die prestigeträchtige Auslieferung an die Kunden in Toulouse oder in Hamburg stattfindet.

Um der Konkurrenz aus den USA schlagkräftiger gegenübertreten zu können, einigten sich nach Angaben aus Branchenkreisen die vier Airbus-Partner gleichzeitig auf die Gründung einer neuen Airbus-Gesellschaft. Bislang bauen die Unternehmen die Flugzeug-Einzelteile unabhängig voneinander und vermarkten die fertigen Jets schließlich über ihr Joint Venture Airbus. Zukünftig soll Airbus ein rechtlich unabhängiges Unternehmen mit Sitz im französischen Toulouse werden.

Das Management von Airbus bekommt dann die Verfügungsgewalt über alle Produktionskapazitäten von Airbus. Differenzen gab es dabei bisher vor allem bei der Bewertung der einzubringenden Unternehmensteile. BAE Systems hatte mehrfach deutlich gemacht, dass es einen höheren Anteil als 20 % an Airbus anstrebt und auch künftig gewisse Vetorechte behalten will.

Eine Quelle aus dem Umfeld von BAE Systems sagte gestern dem Handelsblatt, die Partner seien sich in den vergangenen Tagen "sehr, sehr nah" gekommen. Innerhalb des britischen Konzerns liefen die Vorbereitungen für eine Ankündigung über die Zukunft des Superjumbos am heutigen Freitag auf Hochtouren.

Für Anleger startet heute die Zeichnungsfrist für die EADS-Aktien. Bis zum 7. Juli können Investoren die Papiere zeichnen. Privatanleger sollen mit einem Preisnachlass gelockt werden. Die Erstnotierung ist für den 10. Juli an den Börsen in Paris, Frankfurt und Madrid geplant.

Bei der Emission handelt es sich streng genommen um keine Neuemission, da Aktionäre von Aerospatiale-Matra ihre bestehenden Aktien im Verhältnis eins zu eins in EADS-Aktien tauschen können. Der Kurs dürfte sich deshalb an den Aerospatiale-Aktien orientieren. Die Aktie kostete am Donnerstag Nachmittag in Paris 22,85 Euro.



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