Einigung kurzfristig möglich
Neue Hoffnung für Mobilcom

In die Verhandlungen zwischen Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid mit der Bundesregierung zur Rettung des angeschlagenen Mobilfunkanbieters ist offensichtlich Bewegung gekommen. Mobilcom teilte unterdessen mit, auch am Mittwoch nicht zur Insolvenz gezwungen zu sein.

Reuters HAMBURG. Nach einer mehrere Tage währenden Hängepartie werde nun ein neuer Treuhänder für die Mobilcom-Anteile von Schmid gesucht, bestätigten verhandlungsnahe Kreise beider Seiten Reuters am Mittwoch. Bislang waren die Gespräche zwischen den Parteien vor allem wegen der Weigerung Schmids, einen von der Regierung vorgeschlagenen Treuhänder zu akzeptieren, nicht weiter gekommen. In den Kreisen wurde nun die Hoffnung geäußert, bis zum Wochenende doch noch eine Einigung herbeizuführen, um Mobilcom vor der Insolvenz zu bewahren. "Man bewegt sich aufeinander zu, eine Einigung ist kurzfristig möglich", hieß es. Inzwischen sei auch die von Schmid verlangte Anerkenntnis vom Tisch, Mobilcom noch 71 Millionen Euro zu schulden, sagte eine Schmid-Sprecherin.

Das hoch verschuldete Büdelsdorfer Unternehmen soll durch ein milliardenschweres Finanzpaket gerettet werden, das zwischen France Telecom, mehreren Banken, Zulieferern und der Bundesregierung vereinbart ist. Bislang fehlte aber noch Schmids Unterschrift unter einen Treuhändervertrag für sein Aktienpaket und die Anteile seiner Frau an Mobilcom von zusammen rund 40 Prozent.

Am Vorabend hatte sich der Aufsichtsrat von Mobilcom über den Verhandlungsstand informieren lassen. Unklar blieb zunächst, ob das Gremium dabei bereits auch Vorbereitungen für den Fall einer Insolvenz getroffen hat. Dies war von Finanzkreisen erwartet worden. Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch machte erneut keine Angaben dazu. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden. Auf die Frage, ob Mobilcom am Mittwoch den bereits früher erwarteten Gang zum Insolvenzgericht antreten müsse, sagte Quaritsch: "Heute passiert nichts."

Bisher will Schmid den früheren Debitel-Chef Joachim Dreyer für die Verwaltung seines Aktienpakets, während die Bundesregierung den Düsseldorfer Rechtsanwalt Reinhard von Dalwigk dafür vorgeschlagen hat. Ein weiterer Streitpunkt in den Gesprächen war die Forderung der Bundesregierung und von France Telecom, dass Schmid anerkennt, Mobilcom noch 71 Millionen Euro zu schulden. "Dies ist nicht mehr Bedingung für eine Einigung", sagte eine Sprecherin Schmids.

Die Mobilcom-Aktie, die am Vortag wegen steigender Befürchtungen einer Insolvenz an Wert verloren hatte, legte am Mittwoch zeitweise um 42 Prozent auf 4,93 Euro zu. Am Nachmittag notierte das Papier bei 4,32 Euro noch knapp 25 Prozent im Plus.

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