Einigung mit Gläubigern
Marconi: Aktionäre gehen leer aus

Der milliardenhoch verschuldete britische Telekom-Ausrüster wird fast vollständig von seinen Gläubigern übernommen. Das Unternehmen habe sich mit den Kreditgebern geeinigt, Schulden in Eigenkapital umzuwandeln, teilte der besonders hart von der Branchenflaute betroffene Konzern am Donnerstag mit.

Reuters LONDON. Die bisherige Marconi Plc werde aufgelöst, hieß es weiter. An der neuen Marconi Corporation hielten die alten Aktionäre nur noch 0,5 %. Die Altaktionäre sollten aber die Möglichkeit erhalten, weitere 5 % an der neuen Marconi zu kaufen, sobald deren Börsenwert auf 1,5 Mrd. Pfund steige.

"Die endgültige Restrukturierung erlaubt es uns, mit neuem Vertrauen in die Zukunft zu blicken", sagte Konzernchef Mike Parton. Marconi hatte sich mit rund 4 Mrd. Pfund (6,25 Mrd. Euro) bei Banken und Anleihegläubigern verschuldet. Diese sollen nun mit neuen Marconi-Aktien entschädigt werden. Nach dem angekündigten Plan werde das Unternehmen mit rund 300 Mill. Pfund verschuldet bleiben.

Neuaufstellung bis Ende 2003 beendet

Bis Ende Januar 2003 solle die Neuaufstellung des Konzern mit dem Schuldentausch beendet sein, teilte Marconi weiter mit. Die Gläubiger werden den Rest des Unternehmens, bei dem es sich Parton zufolge um die den Banken geschuldeten rund 2,2 Mrd. Pfund sowie die zum Nennwert von Anleihenbesitzern eingeforderten 1,8 Mrd. Pfund handelt, unter sich aufteilen.

Marconi gehörte in der Vergangenheit zu einem der respektiertesten britischen Unternehmen. Vor der strategischen Neuausrichtung auf die Telekommunikation war das Unternehmen als GEC bekannt. GEC baute von der Waschmaschine bis zum Radarsystem für Kampfflugzeuge eine breite Palette von Produkten. Die Verteidigungssparte verkaufte das Unternehmen 1999 und kam in den Folgejahren nach mehreren teueren Zukäufen ins Stolpern. Der Börsenwert stieg zwar bis August 2000 auf rund 35 Mrd. Pfund, brach dann aber ein bis auf derzeit nur noch etwa 53 Mill. Pfund.

Analysten werteten die Einigung positiv. Es sei eine Menge an Flexibilität eingebaut, wie die neuen Schuldenverpflichtungen bedient werden. Aus Unternehmenssicht sei dies positiv zu werten, da es mehr finanziellen Spielraum verschaffe, sagten Analysten. Marconi-Aktien reagierten in einem schwächeren Marktumfeld mit einem Kurssprung von rund 30 % auf 2,23 Pence. Damit sind die Aktien aber noch weit von ihrem Allzeithoch von 12,76 Pfund Ende August 2000 entfernt.

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