Einigung mit Kirch
ARD/ZDF übertragen WM

Die Kirch-Gruppe und die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben sich im Streit um die TV-Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 geeinigt. Das teilte die Kirch-Gruppe am Dienstag in München mit.

HB DÜSSELDORF. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben sich doch noch mit der Kirch-Gruppe über die TV-Übertragungsrechte der Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 verständigt. Das teilten die Verhandlungspartner am Dienstagabend mit. Details der Einigung wurden bis Redaktionsschluss nicht bekannt gegeben.

Die Vereinbarung bedarf allerdings noch der Zustimmung des ZDF-Verwaltungsrates und der ARD-Intendanten. Während die Zustimmung des ZDF-Verwaltungsrates unter dem Vorsitz des rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) als sicher gilt, erwarten Branchenkenner eine detaillierte Diskussion der neuen Verhandlungsrergebnisse in der ARD-Intendantenrunde. Der stellvertretende ARD-Vorsitzende und Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Peter Voß, erklärte, dass es trotz des "erheblichen Fortschritts" bei den Verhandlungen in der ARD noch "intensiven Beratungsbedarf" gebe. Die vorhergehenden Gespräche zwischen der Kirch-Gruppe und ARD und ZDF waren am 21. Februar abgebrochen worden, weil die ARD-Intendanten Nachforderungen gestellt hatten, die Kirch nicht mehr akzeptieren wollte. Hingegen hatte sich das ZDF gegenüber dem Münchner Medienkonzern kooperationsbereit gezeigt.

Durchweg positive Resonanz auf Einigung

Die Resonanz auf den doch gefunden Kompromiss um die Fußball-Weltmeisterschaft war durchweg positiv. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) lobte gestern Abend die Einigung. "Damit erhalten die beiden Sender ihre Sportkompetenz und damit für eine große Mehrheit der Zuschauer ihre Attraktivität in einem auch in Zukunft entscheidenden Programmbereich."

Auch der Sprecher des Deutschen Fußballbundes (DFB), Wolfgang Niersbach, begrüßte den Abschluss. "Eine WM 2006 in Deutschland ohne ARD und ZDF hätten wir uns gar nicht vorstellen können."

Politischer Druck auf Kirch

Die Kirch-Gruppe hatte die europaweiten Rechte an den beiden Fußball-Weltmeisterschaften für 1,7 Mrd. DM gekauft und wollte von den Öffentlich-Rechtlichen zuletzt 225 Mill. DM plus Mehrwertsteuer für 25 Live-Spiele bei der WM 2002 haben. ARD und ZDF forderten im Gegenzug eine Garantie für die Übertragungsrechte der WM 2006 in Deutschland. Dies hatte Kirch abgelehnt. Verschiedene Politiker, von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bis hin zu Stoiber hatten in der vergangenen Woche politischen Druck auf Kirch ausgeübt. Gestern hatten sich dann Kirch-Vize Dieter Hahn, ZDF-Intendant Dieter Stolte und der ARD-Sportrechteexperte und Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Albert Scharf, in München getroffen, um doch noch eine Einigung zu erzielen.

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