Einigung nicht in Sicht
Rechtsstreit belastet Intertainment noch länger

Die Geschäfte des Münchener Filmproduzent- und Rechtehändlers Intertainment werden auch im laufenden Jahr von dem Rechtsstreit mit dem US-Filmstudio Franchise Pictures überschattet.

Reuters MÜNCHEN. Prognosen für 2002 wagte das Unternehmen angesichts der unsicheren Lage nicht. In dem Streit über nach Intertainments Auffassung überhöhte Budgets von Franchise-Filmen sei eine außergerichtliche Einigung nicht in Sicht, sagte Intertainment-Vorstandschef Rüdiger Baeres auf der Bilanzpressekonferenz, die wegen des Rechtsstreits zuvor verschoben worden war.

Der Prozess werde im November in den USA stattfinden. Gegen eine Entscheidung könnten aber beide Parteien Berufung einlegen, so dass sich das Verfahren um weitere 18 bis 24 Monate hinziehen könnte, hieß es im Intertainment-Geschäftsbericht unter der Rubrik "Risiken".

Die Liquidität sieht Finanzchef Achim Gerlach mit 14,2 Millionen Euro Ende 2001 aber für die nächsten zwölf Monate als gesichert. In dem schon seit Dezember 2000 dauernden Rechtsstreit wirft Intertainment seinem bisherigen Hauptlieferanten von Filmlizenzen vor, überhöhte Budgets in Rechnung gestellt zu haben. Im Gegenzug hat Franchise Klage gegen Intertainment und Vorstandschef Baeres eingereicht und wirft ihnen vor, Zahlungen nicht geleistet zu haben.

Im vergangenen Jahr hatte Intertainment wegen der Auseinandersetzung Wertberichtigungen und Rückstellungen von 142,4 Millionen Euro und einen Verlust von 86,8 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz war von 87,8 auf 31,1 Millionen Euro eingebrochen.

Umsätze erzielt Intertainment derzeit nur noch aus der Verwertung von Filmen, die nicht von dem Rechtsstreit betroffen sind, sowie aus der Vermarktung von "Rudolf mit der roten Nase".

Auch über die Umsatzentwicklung wollte Baeres keine Prognose abgeben. "Es wird sicherlich kein spektakuläres Jahr", sagte er lediglich. Zur Entwicklung des ersten Quartals äußerte sich Baeres ebenfalls nicht. Die Geschäftszahlen für die ersten drei Monate sollen Ende Mai veröffentlicht werden.

Künftig will Intertainment auch als Filmproduzent in Erscheinung treten und hat dazu im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit dem Produzenten Arnold Kopelson ("Platoon", "Sieben") gegründet. Der erste Film "Blackout" mit Ashley Judd in der Hauptrolle und einem Budget von 50 bis 70 Millionen Euro soll ab Juli 2002 gedreht werden und 2003 in die Kinos kommen.

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