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Einigung über Konzept für neue Tschernobyl-Schutzhülle

Der 1986 ausgebrannte Reaktorblock des Kernkraftwerks Tschernobyl soll eine neue Schutzhülle aus Stahl bekommen.

dpa LONDON/BONN. 15 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl soll der Unglücksreaktor eine neue und dauerhafte Stahlhülle erhalten. Dies sieht eine Vereinbarung zwischen der Regierung der Ukraine und der Osteuropabank (EBWE) vor. Eine Sprecherin der Bank sagte am Dienstag in London, Kiew habe zwar das grundsätzliche Einverständnis zu dem Konzept bekundet, es gebe jedoch noch keinen Vertrag: "Nichts ist unterschrieben, es muss noch verhandelt werden."

Das von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) propagierte Konzept sieht den Bau einer bogenförmigen Stahlhülle mit einer Spannweite von 260 Metern, einer Höhe von 100 Metern und einer Länge von 120 Metern vor. Diese Hülle soll zunächst neben dem am 26. April 1986 ausgebrannten Reaktorblock errichtet und dann auf Schienen über die Reaktorruine geschoben werden.

Die neue Umhüllung des bestehenden Sarkophags solle es ermöglichen, die radioaktiven Stoffe für hundert Jahre sicher einzuschließen, teilte der deutsche Tschernobyl-Experte Dietrich Bachner von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) am Dienstag in Bonn mit. Bei Bedarf könnten die radioaktiven Substanzen aus dem Innern entfernt und das alte Gebäude abgebaut werden.

Die Errichtung der neuen Hülle soll parallel zu weiteren Stabilisierungsarbeiten am jetzigen Sarkophag erfolgen. Die Planung und der Bau beanspruchen der Osteuropabank zufolge voraussichtlich fünf Jahre.

Der kurz nach der Katastrophe 1986 errichtete Sarkophag sei unsicher und weise einige große Probleme auf, sagte Bachner. Teile davon drohten einzustürzen. Durch unsichere Stabilität und Öffnungen könne es zur Freisetzung radioaktiver Stoffe kommen.

Für die Schutzhülle hat die Osteuropabank rund 700 Mill. $ (1,5 Mrd. DM) veranschlagt. Nach der Errichtung der Schutzhülle könne man darunter in aller Ruhe mit dem Abbruch des Reaktors beginnen.

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