Einigung über Zugang zu Arzneien erzielt
WTO nimmt nach China auch Taiwan als Mitglied auf

Einen Tag nach China hat die Welthandelsorganisation (WTO) Taiwan am Sonntag offiziell als 144. Mitglied aufgenommen. Am Samstag hatten die WTO-Mitgliedsstaaten bei ihrer Ministerkonferenz in Doha im Golfemirat Katar einstimmig für den Beitritt der Volksrepublik votiert.

vwd/afp DOHA. Als Vorbedingung für die WTO-Aufnahme hatte China schmerzhafte Zugeständnisse machen müssen. So verzichtete die Volksrepublik auf Subventionen für landwirtschaftliche Exportgüter - eine Forderung, die etwa die EU für ihre Mitgliedsstaaten stets ablehnte.

Der Beitritt Chinas wird erst gültig, wenn das chinesische Parlament ihn ratifiziert. Damit wird noch im laufenden Jahr gerechnet. Taiwan wird von China als abtrünnige Provinz betrachtet. Bei der WTO-Konferenz wird um den Abbau von Handelsschranken gerungen; dazu wollen die Minister zwei Jahre nach dem Scheitern der Konferenz von Seattle eine neue Welthandelsrunde beschließen.

WTO-Staaten auf Konferenz einig über Zugang zu Arzneien

Im Streit um den weltweiten Zugang zu Arzneien haben die Staaten der Welthandelsorganisation bei der WTO-Konferenz in Doha einen Durchbruch erzielt, Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen erfuhr, fanden die Staaten in der Nacht zum Montag eine Grundsatzeinigung über Medikamenten-Patente der zumeist westlichen Pharma-Konzerne. Damit ist ein erstes großes Hindernis für den geplanten Start einer neuen Welthandelsrunde aus dem Weg geräumt. Bis zum Nachmittag sollte die entsprechenden Änderungen in die Abschlusserklärung der bis Dienstag angesetzten Konferenz in der Hauptstadt des Emirates Katar eingearbeitet und präsentiert werden, hieß es in europäischen Diplomatenkreisen.

Die Einigung bei den Medikamenten sei "etwas sehr Positives" und gehe in Richtung der von den Entwicklungsländern geforderten Lösung, sagte der Experte der Weltgesundheitsorganisation, German Velasquez, AFP in Doha. Die Entwicklungshilfeländer fordern einen leichteren Zugang zu teuren lebenswichtigen Medikamenten etwa gegen Aids und die Zulassung von Arznei-Kopien, so genannten Generika. Für neu entwickelte Arzneien haben die Pharma-Konzerne 20 Jahre lange Patente.

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