Einkaufszentrum in Moskau
AVA backt kleine Brötchen

Nachdem der Start in das schwierige Einzelhandelsjahr 2002 nicht günstig verlaufen ist, hat sich Kurt Lindemann, Vorstandschef der AVA AG in Bielefeld, moderate Ziele gesetzt: Für das Gesamtjahr erwartet er - getragen von der Hoffnung, dass sich die Konsumstimmung im zweiten Halbjahr belebt - ein Umsatzwachstum von rund 2 %.

rv DÜSSELDORF. Das sei aber nur durch die Eröffnung neuer Märkte zu erreichen, betonte Lindemann bei der Bilanz-Vorlage. Der Konzern betreibt SB-Warenhäuser, Verbrauchermärkte, Baumärkte und Optik-Geschäfte. Lindemann geht auch davon aus, dass der Jahresüberschuss unter dem Vorjahresniveau von 84,4 Mill. Euro bleiben wird. Die hohe Arbeitslosigkeit belastet aus seiner Sicht das Konsumklima erheblich. Joachim Bernsdorff, Analyst von Fortis Investment Research in Frankfurt, hält Lindemanns Prognose für "vorsichtig realistisch". Der Bielefelder Handelskonzern, Tochter der Hamburger Edeka-Gruppe, verfüge über eine gute Struktur, lobt der Analyst. Doch gegen den schwierigen Markt könne auch ein solides Unternehmen wie AVA nichts machen.

Dass die AVA Allgemeine Handelsgesellschaft der Verbraucher AG bis Ende April einen Erlösrückgang von 4,1 % auf 1,7 Mrd. Euro hinnehmen musste, führen Branchenbeobachter vor allem auf das schwache Geschäft mit Nonfood-Artikeln (Nicht-Lebensmittel) zurück. Lebensmittel liefen dagegen noch relativ gut. Angesichts der schwierigen Konsumkonjunktur rät Analyst Bernsdorff derzeit nicht dazu, Handelsaktien anzufassen. Die AVA-Aktie zeigte gestern kaum Bewegung.

Den Schritt nach Moskau, den das Bielefelder Unternehmen als einer der ersten deutschen Handelskonzerne wagt, wird aus Bernsdorffs Sicht "sicherlich ein Erfolg". Im Oktober wird AVA in Moskau auf 20 000 qm sein Marktkauf-Einkaufszentrum eröffnen.

Im vergangenen Jahr konnte sich der Handelskonzern mit einem Umsatzwachstum von 4,8 % auf 5,5 Mrd. Euro deutlich vom allgemein schwachen Branchen-Trend absetzen. Nach Berechung des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) erzielte die Branche 2001 ein Wachstum von nominal 1,1 %. Fortis-Analyst Bernsdorff findet die AVA-Zahlen für das Vorjahr in Ordnung. Probleme gebe es aber noch im Baumarktbereich, der den Break-even-Punkt noch nicht erreicht habe. Hier hat sich AVA dem Gemeinschaftsunternehmen Toomaxx angeschlossen, dem noch die Kölner Rewe-Gruppe und der österreichische Baumarktführer Baumax angehören. Ziel von Toomaxx ist es, die Einkaufsmacht der Partner zu bündeln und Eigenmarken zu entwickeln. Zur Stärkung wird laut Lindemann noch mindestens ein weiterer großer Partner gesucht.

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