Einkommenserhöhung wird zu Arbeitsplatzverlusten führen
Verdi lehnt Arbeitgeber-Angebot ab

"Das Angebot ist für uns auf keinen Fall akzeptabel", sagte ein Verdi-Sprecher am Rande der Gespräche am Montag in Kaarst.

Reuters DÜSSELDORF. Die Arbeitgeberverbände HDE und BAG hatten bei den Gesprächen nach Angaben eines Sprechers ein Angebot mit einer zweijährigen Laufzeit bis zum 31. März 2004 vorgelegt, das im ersten Jahr eine Erhöhung der Entgelte von 1,7 % und im zweiten Jahr ein Anhebung in Höhe der erwarteten Teuerungsrate vorsehe. Ähnliche Angebote sollten auch in den übrigen Tarifbezirken vorgelegt werden, sagte der Sprecher. Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage im Einzelhandel werde bereits eine solche Einkommenserhöhung zum Verlust von Arbeitsplätzen führen.

Verdi: Angebot der Arbeitgeber inakzeptabel

Ein Verdi-Sprecher nannte es schlechten Stil der Arbeitgeber, dass diese ihr Angebot der Nachrichtenagentur Reuters bekannt gemacht hätten, noch bevor es der Gewerkschaft vorgelegt worden sei. Das Angebot selbst lehnte der Sprecher als inakzeptabel ab. "Wenn es bei diesem Angebot bleibt, gehe ich davon aus, dass wir zu Streiks kommen werden", sagte er. Bereits in den kommenden Tagen wolle die Gewerkschaft ihr Vorgehen für die verschiedenen Tarifbezirke koordinieren. Noch im Mai könnte es dann möglicherweise zum Arbeitskampf kommen, warnte der Sprecher. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Vorweganhebung bei den Tarifentgelten von 50 Euro plus 3,7 % mehr Einkommen.

In Gewerkschaftskreisen hieß es, ein Angebot der Arbeitgeber, das nicht einmal die Teuerung voll ausgleiche, sei nicht akzeptabel. Zudem hätten große Handelshäuser bereits Sonderleistungen für die Mitarbeiter gekürzt, hieß es weiter. Europas größter Warenhauskonzern KarstadtQuelle hatte Mitte April erklärt, die freiwilligen Zusatzleistungen für die Mitarbeiter des Warenhausbereichs im Konzern würden halbiert.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte bereits vor Beginn der Gespräche mit Warnstreiks im nordrhein-westfälischen Einzelhandel gedroht. Verhandlungsführer Gerhard Keuchel hatte am Freitag erklärt, die Arbeitgeber würden mit ihrem Verhalten entscheiden, ob es zügig zu einem neuen Tarifvertrag kommen oder ob auch im nordrhein-westfälischen Einzelhandel gestreikt werde. Die Beschäftigten des Einzelhandels erwarteten eine deutliche Tariferhöhung. In der ersten Runde am 23. April hatten die Arbeitgeber noch kein Angebot unterbreitet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%