Einlaufverbot
EU einigt sich auf Verbot einwandiger Tanker

Gut drei Wochen nach der Katastrophe des Öltankers "Prestige" an der spanischen Küste hat die EU Schiffe gleichen Typs und mit gleicher Ladung aus den Häfen verbannt. Alte Tanker mit nur einer Wand zwischen Ladung und Wasser für den Transport von Schweröl, Teer, Bitumen oder schwerem Rohöl werden verboten, sagte EU- Verkehrskommissarin Loyola de Palacio am Freitag in Brüssel nach Beratungen der Verkehrsminister.

HB/dpa BRÜSSEL. Dazu werden die Mitgliedstaaten umgehend entsprechende Verwaltungsvorschriften erlassen. Wann dies in den jeweiligen Staaten genau der Fall sein wird, blieb offen. Die "Prestige" war ein 26 Jahre alter so genannter Einhüllen-Öltanker.

"Es ist es nicht mehr möglich, diese ökologischen Bomben zuzulassen", sagte die spanische Kommissarin. "Fälle wie die 'Prestige' oder die 'Erika' (vor drei Jahren) dürfen sich nicht wiederholen." Die Krisenmaßnahmen gefährden nach ihrer Einschätzung nicht die europäische Ölversorgung. "Es gibt genügend Kapazitäten in Tankschiffen mit zwei Wänden." Sie wies darauf hin, dass 90 % der Erdölversorgung in Europa über das Wasser gewährleistet wird. Die EU-Kandidatenstaaten und Russland sollen in die Notmaßnahmen eingebunden werden.

Die Kommissarin will bereits in der nächsten Woche einen Vorschlag vorlegen, wie die als gefährlich geltenden Tanker mit nur einer Wand für alle Ladungen - und nicht nur für besonders gefährliche Ölsorten - schneller als vorgesehen verschwinden können. Die EU will spätestens bis 1. Juli 2003 entscheiden. Die Kommissarin strebt nun ein Zieldatum von 2010 für die Abschaffung an. Die internationale Vereinbarung nennt derzeit einen Termin von 2015.

Der dänischer Ressortchef Bendt Bendten sagte als amtierender Vorsitzender der Ministerrunde: "Wir haben ein starkes politisches Signal gesetzt." Er kündigte verschärfte Schiffskontrollen an. Die EU will im Rahmen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO/London) einen Entschädigungsfonds für Öl-Opfer von einer Milliarde Euro schaffen. Die EU will auch härter gegen Personen vorgehen, die Meere verschmutzen.

Die Minister kamen laut Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe überein, Notlandeplätze für Schiffe einzurichten. "Unglücke auf hoher See passieren zu lassen ist ein Selbstbetrug." Stolpe will auch wichtige Versender- und Auftraggeberländer für Öltransporte in die Sicherheitsanstrengungen einbeziehen. "Ich werde in den allernächsten Wochen nach Russland reisen."

Im Nordwesten Spaniens verschaffte eine Wetteränderung den von der Ölpest heimgesuchten Fischern eine Atempause. Wie der staatliche Rundfunk RNE am Freitag berichtete, drehte der Wind an der galicischen Küste auf Nordost. Dadurch wurden die Ölteppiche vom Festland und vom Nationalpark der Atlantischen Inseln ein Stück hinaus auf das freie Meer getrieben.

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