Einmalabschreibungen in Milliardenhöhe bei Voicestream
Neue US-Bilanzregeln belasten T-Aktie

Geänderte Bilanzierungsregeln in den USA und Sorgen um das Festnetzgeschäft setzten am Donnerstag dem Aktienkurs der Deutschen Telekom zu. Die Titel fielen auf ein neues Jahrestief und damit erneut unter den Ausgabepreis beim Börsengang vor mehr als fünf Jahren.

slo DÜSSELDORF. Neue Abschreibungsvorschriften für Mobilfunklizenzen belasten die US-Tochter Voicestream einmalig mit 4,3 Mrd. Euro im ersten Quartal dieses Jahres und erhöhen damit den Quartalsverlust auf mehr als 4,6 Mrd. Euro. Künftig können solche Abschreibungen nach US-Bilanzregeln nicht mehr vorgenommen werden. Diese einmalige Belastung bei Voicestream hat jedoch nach Angaben der Telekom keine Folgen für die Bilanz des Bonner Konzerns, die nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellt wird. Hinzu kommt eine US-Gaap-Überleitungsrechnung.

Die Abschreibungen bei Voicestream hätten keine Auswirkungen auf den Cash-flow und die Aussichten von Voicestream, sagten auch Analysten wie Mark James von Nomura Securities in London. Die Nachrichten aus den USA hätten aber offenbar eine negative psychologische Wirkung.

Zum Fall des Telekom-Aktienkurses haben auch Befürchtungen der Analysten über das schwächelnde Festnetzgeschäft der Telekom beigetragen. Dies war auch einer der Gründe für die Investmentbank Goldman Sachs, die Papiere des Konzerns herabzustufen. Man erwarte insgesamt ein geringeres Wachstum bei der Telekom. Vor allem die Festnetzsparte habe offenbar ein schwaches erstes Quartal hingelegt, heißt es bei Goldman Sachs. Merrill Lynch geht davon aus, dass das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) in dem Bereich um bis zu 8 % zurückgehen könnte.

Der Bonner Konzern kämpft im Festnetz mit sinkenden Umsätzen und Preisen auf Grund des Wettbewerbs. Die Telekom geht insgesamt beim operativen Ergebnis für 2002 von einem Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus. Das wäre ein geringeres Wachstum als im Vorjahr.

Die Konkurrenz im Festnetzmarkt macht auch anderen Telekomkonzernen wie France Télécom und British Telecom zu schaffen. Der französische Konzern gab erst Anfang der Woche bekannt, dass der Festnetz-Umsatz stärker zurück geht als erwartet. Mit dieser Schwäche erklärten Analysten auch die gestrigen massiven Kurseinbußen bei Telekomkonzernen.

Quelle: Handelsblatt

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