Einmaleffekte veranwortlich gemacht
IM mit Umsatz- und Ergebnisrückgang

Der Münchener Filmproduzent IM Internationalmedia ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen neuer Bilanzierungsgrundsätze in die Verlustzone gerutscht und hat weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor.

Reuters FRANKFURT. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei 2001 ein Verlust von 11,9 Mill. Euro entstanden nach einem Plus von 27,5 Mill. Euro ein Jahr zuvor, teilte die Gesellschaft am Donnerstag in München mit. Der Umsatz fiel auf 143,5 (149,7) Mill. Euro. IM weise Umsätze und Gewinne nun erst beim Kinostart und nicht mehr wie bisher bei der Auslieferung der Filme aus, hieß es. So lasse sich das Firmenwachstum besser steuern. Außerdem sei das Jahr von den Kosten der abgesagten Übernahme des US-Filmstudios Spyglass und von neun Mill. an Sonderabschreibungen auf Beteiligungen belastet worden. Vorstandschef Florian Bollen war Anfang der Woche zurückgetreten. Für 2002 werde wieder ein deutlich positives Ergebnis erwartet.

Spyglass hatte die Fusion im Februar abgesagt und dabei auf die neuen Bilanzierungsgrundsätze verwiesen. Dadurch sei Druck auf den Kurs der IM-Aktien zu erwarten, mit denen IM den Kauf bezahlen wollte, argumentierten die Amerikaner. Die Fusion hätte den Umsatz von IM auf mehr als eine Milliarde Euro verdreifachen sollen.

Internationalmedia hatte seine Prognosen zwei Mal für 2001 nach unten korrigiert. Zuletzt hatte Bollen ein "leicht negatives Ergebnis" in Aussicht gestellt, noch im Dezember waren 300 Mill. Euro Umsatz und 30 Mill. Euro Ebit erwartet worden. Von Reuters befragte Analysten waren vor der jüngsten Korrektur im Durchschnitt von einem Umsatz von 294 Mill. Euro und 29,41 Mill. Euro Ebit ausgegangen. "Umsatzrückgang und Verlust sind im Wesentlichen auf die Verschiebung des Zeitpunktes der Umsatz-und Ergebnisrealisierung bei drei Filmen und auf Einmaleffekte zurückzuführen", erklärte nun Bollens Nachfolger als IM-Vorstandschef, Moritz Bormann. "Trotz dieser negativen Zahlensituation sind wir jedoch heute im Markt viel besser positioniert als vor einem Jahr."

Die Aktien der Münchener Firma sind seit Anfang März um fast 70 % eingebrochen. Am Donnerstag notierten die Titel zunächst 17 % höher bei 7,10 Euro.

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