Einmalige Kosten für Übernahme
Qiagen enttäuschte Analysten beim Gewinn

Das am Neuen Markt notierte Biotechnologieunternehmen Qiagen hat im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2000 seinen Gewinn und Umsatz erhöht und lag damit am oberen Ende der Analystenschätzungen.

rtr FRANKFURT. Der Nettogewinn verblieb allerdings nach Analystenauskunft zum Teil etwas unterhalb der Erwartungen. Einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2001 legte Qiagen nicht vor. Die Aktie büßte zum Handelsbeginn zunächst deutlich ein, erholte sich dann aber im weiteren Handelsverlauf.

Der um Einmalaufwendungen bereinigte operative Gewinn sei im Schlussquartal um 34 % auf elf Mill. Dollar gestiegen, teilte Qiagen am Dienstag vor Börsenbeginn mit. Der Umsatz habe um 29 % auf 55,8 Mill. Dollar zugelegt. Analysten hatten zuvor im Schnitt mit einem Umsatz von 56,44 Mill. Dollar gerechnet. Den operativen Gewinn hatten die Experten in einer Spanne zwischen sieben und 11,3 Mill. Dollar erwartet. Der Gewinn nach Steuern sei im vierten Quartal um zehn Prozent auf 6,6 Mill. Dollar gestiegen. Pro Aktie bereinigt um Akquisitionsaufwendungen betrage der Gewinn 0,05 (Vorjahr 0,04) Dollar. Die operativen und Nachsteuergewinnzahlen sind den Angaben zufolge jeweils bereinigt um die Aufwendungen für den Kauf der Rapigene, die nun den Konzernbereich Qiagen Genomics bildet.

Nach Handelseröffnung büßte Qiagen zunächst deutlich über zehn Prozent ein. Die Aktie erholte sich dann aber wieder und lag gegen 9.50 Uhr MEZ noch mit gut zwei Prozent im Minus bei 33,78 ?. "Die Aktie büßt wahrscheinlich ein, weil der Nettogewinn etwas unter den Erwartungen blieb. Aber die Gründe sind unklar," sagte Juri Jenkner, Analyst beim Wertpapierhaus Merck Finck & Co. Mit den Umsatzzahlen habe Qiagen hingegen nahezu eine Punktlandung hingelegt, merkte er an.

Für Stefanie Philipp, Biotechnologie-Analystin beim Bankhaus HSBC Trinkaus & Burhardt, lag der Umsatz ebenfalls im Rahmen ihrer Erwartungen. Sie machte allerdings auch auf mögliche Währungseffekte aufmerksam. "Qiagen erwirtschaftet 30 % seines Umsatzes in Euroland." Der Euro sei aber im vergangenen Jahr rund sieben Prozent gegenüber dem Dollar gefallen, sagte Philipp. Beim Nettogewinn für 2000 habe Qiagen indes über ihren Erwartungen von 16 Mill. Dollar gelegen.

Der Biotechnologiezulieferer Qiagen ist insbesondere im Geschäft mit Labormaterialien zur Isolierung und Aufreinigung von Nukleininsäuren tätig. Für mehr als 400 seiner Produkte besitzt Qiagen Patentschutz. Zuletzt hatte das Unternehmen für seine Tochter Qiagen Genomics im Januar mehrere zum Teil exklusive Vertriebsallianzen im Ausland geschlossen. Im vergangenen Jahr hatte Qiagen zudem den US-Hersteller von synthetischen Nukleinsäuren Operon Technologies übernommen.

Ferner teilte Qiagen mit, im Gesamtjahr 2000 sei der Nettogewinn um 45 % auf 20,1 Mill. Dollar gestiegen. Der Umsatz habe auf 204,0 Mill. Dollar zugelegt, hieß es. Analysten hatten für das Gesamtjahr im Schnitt mit einem Umsatzplus auf 201,92 Mill. Dollar gerechnet. Die Prognosen lagen in einer Spanne zwischen 194 und 209 ?.

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