Einnahme von Östrogen kann Krebsrate steigern
Anti-Aging-Produkte sind nur "Geschäftemacherei"

Vor so genannten Anti-Aging-Produkten, die das Altern verhindern sollen, hat der Neurologe Manfred Stöhr gewarnt. Den Einsatz von Hormonen gegen das Altern bezeichnete Stöhr sogar als fragwürdig und gefährlich.

HB WÜRZBURG. "Das ist reine Geschäftemacherei", sagte der Medizinprofessor. Stöhr referiert auf der Konferenz der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), die von Donnerstag bis Samstag in Würzburg stattfindet. Die GWUP mit Sitz in Roßdorf bei Darmstadt ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die sich vor allem mit Esoteriktrends auseinander setzen.

Selbst die weltweit propagierten Vitamine erfüllen nach Einschätzung von Stöhr nicht die hochgesteckten Erwartungen. "Eine im vergangenen Jahr vorgelegte Analyse von 32 Studien kommt zu dem Ergebnis, dass weder die Einnahme einzelner Vitamine, noch von Multivitaminpräparaten einen Schutzeffekt gegen Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen aufweist."

Fragwürdig und sogar gefährlich nannte Stöhr den Einsatz von Hormonen gegen das Altern wie Testosteron oder Melatonin: "Erst kürzlich ist nachgewiesen worden, dass etwa bei der Einnahme von Östrogen die Krebsrate steigt." Die Produzenten setzten dennoch weiter auf eine Mischung aus Angst und Versprechungen, um die Kunden zum Kauf zu verführen. Die natürliche Abnahme der Melatoninproduktion im Alter werde aufgebauscht zum Auslöser von schweren Krankheiten, Impotenz und Gedächtnisschwund. "In Wirklichkeit beschränken sich die furchtbaren Folgen auf etwaige Schlafstörungen", sagte Stöhr.

Jenseits der trendigen Anti-Aging-Mittel gibt es nach Ansicht des Professors allerdings durchaus Methoden, dem Alterungsprozess entgegenzutreten. "Die Methoden sind seit Hippokrates bekannt: Bewegung, gesunde Ernährung und stressarmer Lebensstil."

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