Einreisestopp für Palästinenser aufgehoben
Powell berät mit Scharon den Friedens-Fahrplan

US-Außenminister Colin Powell hat am Sonntag in Jerusalem seine Beratungen über die Umsetzung der jüngsten Friedensinitiative mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon aufgenommen. Ein Durchbruch wurde in Jerusalem nicht erwartet.

Reuters JERUSALEM. Powell wollte ebenfalls am Sonntag den palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas in Jericho im Westjordanland treffen.

Aus Kreisen aus dem Umfeld Scharons verlautete, Israel sei gegen den in dem Plan vorgesehenen Abzug seiner Truppen aus den besetzten Palästinenser-Gebieten. Stattdessen plane Scharon einige humanitäre Erleichterungen, wie der Wiederherstellung der Fischereirechte der Palästinenser vor dem Gaza-Streifen. Auch soll der Warenhandel zwischen Israel und den besetzten Gebieten erleichtert werden.

Zu Beginn seiner Reise hatte Powell am Samstag eine rasche Umsetzung des "road map" genannten Plans angemahnt. "Es gibt genügend Übereinstimmung bei der road map, so dass wir beginnen können", hatte Powell auf einer Pressekonferenz mit seinem israelischen Kollegen Silwan Schalom erklärt.

Kurz nach der Ankunft von Powell hatte Israel den Einreisestopp für palästinensische Arbeiter nach Israel während einer inzwischen beendeten Ferienzeit aufgehoben. Palästinensische Städte sind nach wie vor von israelischen Straßensperren und Kontrollposten umgeben.

Der Nahost-Friedensplan, den das so genannte Nahost-Quartett aus USA, Vereinten Nationen (Uno), Europäischer Union (EU) und Russland vorgelegt hat, sieht die Schaffung eines palästinensischen Staates bis 2005 vor. Ziel des Plan ist zudem die Beendigung der Gewalt in dem seit 31 Monaten dauernden Palästinenser-Aufstand. Von Israel wird ein Abzug seiner Truppen aus den Palästinenser-Gebieten und der Stopp des Baus jüdischer Siedlungen im Westjordanland und im Gaza-Streifen verlangt.

Israel hatte argumentiert, ein Abrücken vom Kurs des harten Durchgreifens gegen die Palästinenser werde nur zu weiteren Anschlägen auf Israelis führen. Tatsächlich schossen nach israelischen Angaben am Sonntag nahe einer Siedlung Palästinenser auf ein israelisches Auto und töteten dabei den Fahrer. Die Palästinenser hatten hingegen angeführt, nur ein Truppenabzug aus den Palästinenser-Gebieten werde Abbas die Chance geben, die Gewalt einzudämmen.

Scharon wird am 20. Mai zu Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush in Washington erwartet.

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