Einrichtung einer neuen Behörde
Irische Regierung will Missbrauchs-Opfer entschädigen

afp DUBLIN. Die irische Regierung hat am Mittwoch Entschädigungszahlungen für tausende Menschen angekündigt, die in den vergangenen Jahrzehnten als Kinder in Waisenhäusern und Tagesstätten missbraucht worden sind. Bildungsminister Michael Woods kündigte die Einrichtung einer neuen Behörde an, die die Entschädigungen auszahlen soll, ohne dass damit eine Schuld öffentlicher Einrichtungen eingestanden werde. Betroffene müssten nachweisen, dass sie durch physischen, sexuellen oder psychischen Missbrauch bleibende Schäden erlitten hätten. Bereits im Februar war eine Untersuchungskommission unter Vorsitz eines Richters eingesetzt worden, die Missbrauchsfälle in rund 60 öffentlichen Einrichtungen in den vergangenen sieben Jahrzehnten beleuchten soll.

Die neue Behörde sei eine Alternative zu Zivilgerichten, in denen sich Verfahren jahrelang hinziehen könnten, sagte Woods weiter. Die Behörde solle auch die Auslagen für Opfer tragen, die inzwischen in den Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseland leben. Nach mehreren Prozessen und Klagen inzwischen erwachsener Opfer hatten sich Ministerpräsident Bertie Ahern und kirchliche Orden im vergangenen Jahr überraschend für die jahrelangen Übergriffe in Waisenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen entschuldigt.

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