Einsatz britischer Soldaten bestätigt
Blair spricht erstmals nach Beginn des Krieges

Britische Einheiten werden in der Nacht zu Freitag nach den Worten des britischen Premierministers Tony Blair an Kämpfen in Irak teilnehmen. "Heute Abend werden britische Soldaten und Soldatinnen von Land, Luft und See aus beteiligt sein", sagte Blair am Donnerstag in einer im Fernsehen ausgestrahlten Rede an die Nation.

Reuters LONDON. Der Auftrag der Soldaten sei es, den irakischen Präsidenten Saddam Hussein von der Macht zu entfernen und Irak von Massenvernichtungswaffen zu entwaffnen. Aus britischen Militärkreisen verlautete, von britischen U-Booten aus seien mehrere Marschflugkörper auf Bagdad abgefeuert worden. Zudem seien britische Marineinfanteristen zusammen mit US-Soldaten von Kuwait aus in den Süden Iraks vorgerückt.

Blair äußerte sich erstmals öffentlich zur Invasion Iraks seit deren Beginn am frühen Donnerstagmorgen. Großbritannien werde sich an humanitärer Hilfe für Irak in der Zeit nach Saddam beteiligen, sagte Blair. "Die Herausforderungen, vor denen wir stehen - Armut, Umwelt, das Wüten von Krankheiten - bedürfen einer Welt der Ordnung und Stabilität", sagte Blair. "Diktatoren wie Saddam und Terrorgruppen wie El Kaida bedrohen die Existenz einer solchen Welt. Deshalb habe ich die britischen Truppen angewiesen, heute Abend aktiv zu werden", sagte Blair.

"Großbritannien hat mehrere Marschflugkörper auf Kommando- und Kontrollzentren in Bagdad abgefeuert", hieß es zudem in den Militärkreisen. "Sie wurden von britischen U-Booten im Golf aus abgefeuert." In der Nähe der südirakischen Hafenstadt Basra rund 50 Kilometer von der Grenze zu Kuwait entfernt wurden schwere Artillerieangriffe geführt. Die britischen Marineinfanteristen rückten gemeinsam mit Einheiten des 1. Expeditionskorps der US-Marineinfanteristen von Kuwait aus in den Süden Iraks vor.

Nach einer Meldung der kuwaitischen Nachrichtenagentur KUNA nahmen britische und US-Truppen die irakische Grenzstadt Umm Kasr ein, den größten Hafen Iraks. Im staatlichen irakischen Fernsehen wurde die Einnahme Umm Kasrs dementiert.

In der Golf-Region um Irak sind rund 45 000 britische Soldaten stationiert. Die USA haben dort rund 230 000 Soldaten zusammengezogen. Viele der Soldaten halten sich in Kuwait auf.

In Kuwait-Stadt wurde in der Nacht zu Freitag zwei Mal Luftalarm gegeben. Einige britische und US-Soldaten eilten in ihre Bunker, sie legten aber nicht wie beim mehrfachen Alarm zuvor ihre Schutzkleidung gegen chemische Kampfstoffe an. Insgesamt wurde seit Beginn des Krieges am frühen Donnerstagmorgen sechs Mal Luftalarm in Kuwait-Stadt gegeben.

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