Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poors: Ausblick für deutsche Banken bleibt negativ

Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poors
Ausblick für deutsche Banken bleibt negativ

Der Ausblick für den deutschen Bankensektor bleibt nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poors (S&P) weiterhin negativ. "Was sie (die deutschen Banken) jetzt brauchen, ist etwas Luft, um ihre Restrukturierungspläne umsetzen zu können", sagte S&P-Managing-Director Michael Zlotnik am Mittwoch in London.

Reuters LONDON. Die Frage sei aber, ob die Restrukturierungen durch mögliche Einflüsse von Außen negativ beeinträchtigt werden könnten. Dies könne auch Auswirkungen auf die künftigen Ratings der Banken haben. S&P könne nicht ausschließen, dass einige Banken auf ein "BBB"-Rating zurückfallen könnten, sagte Zlotnik. "BBB" ist noch eine Stufe über dem so genannten "Junk-Bond"-Status.

Es sei unwahrscheinlich, dass es 2003 eine deutliche Erholung bei den Erträgen der Banken geben werde. Das operative Umfeld sei schwierig und die finanzielle Flexibilität eingeschränkt. Die Geldhäuser seien in dem Sinne verwundbar, dass auch nur eine kleine negative Entwicklung eine neue Rating-Handlung auslösen könne, sagte Zlotnik weiter. Allerdings sehe er für den Sektor kein Solvenz- oder Liquiditätsproblem. Dies gelte auch für die Commerzbank, die sich im vergangenen Jahr gegen Gerüchte zur Wehr setzen musste, sie habe ein Liquiditätsproblem. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. "Wir sehen kein Liquiditätsproblem bei der Commerzbank", sagte Zlotnik.

Positiv hob Zlotnik hervor, dass die deutschen Banken ihre Risiko-Managementsysteme verbessert hätten. "Wir haben das Gefühl, dass sie mit anderen wichtigen Banken in Europa gleichauf liegen."

Die deutschen Banken haben mit der schwachen Konjunktur und der schlechten Verfassung der Kapitalmärkte zu kämpfen. Sie versuchen derzeit vor allem, fehlende Erträge durch Kosteneinsparungen zu kompensieren und bauen dabei unter anderem massiv Personal ab.

Bundesbank-Vorstandsmitglied Edgar Meister hatte Anfang Februar gesagt, den Banken müsse bei ihrer Neupositionierung Zeit gegeben werden. In diesem Zusammenhang hatte er auch an die Verantwortung der Rating-Agenturen appelliert. Die Agenturen seien dazu übergegangen, die Banken weniger nach dem Verlauf des Konjunkturzyklus zu bewerten, sondern kurzfristig nach der Geschäftsentwicklung.

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