Einschätzung der US-Regierung
US-Beziehungen weiter belastet

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen bleiben nach Einschätzung der US-Regierung trotz der deutschen Bemühungen um eine Verbesserung weiter belastet.

Reuters WASHINGTON. Nur, weil die Bundestagswahl nun vorbei sei, werde nicht alles so wie vor dem Wahlkampf, sagte der Sprecher des US-Präsidenten George W. Bush, Ari Fleischer, am Dienstag in Washington unter Hinweis auf das strikte Nein der rot-grünen Regierung in Deutschland zu einem Angriff auf Irak und den angeblichen Vergleich der politischen Methoden Bushs und Hitlers durch Justizministerin Herta Däubler-Gmelin.

"Das wird sich mit der Zeit einrenken", sagte Fleischer. Die USA würden mit Schröder zusammenarbeiten, so wie es die Regierung mit jedem gewählten Staatsoberhaupt tue. "Aber niemand sollte sich da etwas vormachen oder falschen Vorstellungen hingeben, als ob alles wieder wie vorher wäre, jetzt, da die Wahl vorbei ist", fügte er hinzu. "Das wäre nicht die natürliche Folge einer Kampagne, wie sie (von Bundeskanzler Gerhard Schröder) geführt wurde. Und ich denke, das ist für jeden offensichtlich."

Die Beziehungen der beiden Völker seien in den vergangenen 50 Jahren eng gewesen, sagte Fleischer. "Aber ich denke nicht, dass es überraschend oder unerwartet ist, dass Worte und Taten Konsequenzen haben. Sie verschwinden nicht nach einer Wahl." Anders als üblich hatte die US-Regierung Schröder nicht zu seinem Wahlsieg gratuliert. In Warschau vermied US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Rande des NATO-Verteidigungsministertreffens ein persönliches Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen Peter Struck.

US-Außenminister Colin Powell nahm US-Informationen zufolge einen Telefonanruf von Bundesaußenminister Joschka Fischer entgegen. Fischer hatte angekündigt, die Regierung werde hart für eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA arbeiten. Schröder traf sich am Dienstagabend in London mit dem britischen Premierminister Tony Blair, um Koalitionskreisen zufolge mit Hilfe des engsten US-Verbündeten an einer Brücke zu den USA zu bauen.

Das deutsche Nein zu den US-Plänen und die Kontroverse über Äußerungen der Justizministerin hatten in den USA heftige Kritik ausgelöst. Nach der Wahl hatte Schröder am Montag den Rückzug Däubler-Gmelins aus der Regierung angekündigt.

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