Einschätzung irakischer Ex-Generäle
"Saddam noch immer gefährlich"

Der gestürzte irakische Präsident Saddam Hussein befehligt nach Einschätzung irakischer Ex-Generäle noch immer eine Gruppe von Anhängern und plant seine Rückkehr an die Macht.

Reuters BAGDAD. Saddam verstecke sich möglicherweise zusammen mit seinen Söhnen Kusai und Udai, sagten am Montag die Generäle, die sich jahrelang im Exil aufgehalten hatten und nun mit den USA bei der Überprüfung des öffentlichen Dienstes und des Sicherheitsapparates zusammenarbeiten. Generalmajor Taufik el Jassiri sagte Reuters, Saddam habe in den vergangenen Tagen den Namen der Baath-Partei in "Auda" geändert, was Wiederkehr bedeute.

"Saddam hat seine Autorität als Generalsekretär der (Baath-)Partei benutzt. Er versteckt sich mit einer kleinen Gruppe, zu der möglicherweise auch seine beiden Söhne gehören", sagte Jassiri, der 1991 eine Rebellion gegen Saddam unterstützt hatte. "Saddam hat sich auf alle Eventualitäten vorbereitet, auch auf den totalen Zusammenbruch seines Regimes", sagte Jassiri. "Er überlässt nichts dem Zufall und verfügt über genügend Kommunikationsmittel." Saddam weise mit verschiedenen Mitteln seine Gefolgsleute an, Chaos im Land zu verbreiten.

Generalmajor Saad Obeidi sagte, Saddams Erfolg werde davon abhängen, wie die von den USA eingesetzte Verwaltung in Irak arbeite. "Zeit war immer das Rückgrat von Saddams Strategie. ... Die Plünderungen und das Chaos, die wir heute sehen, kommt ihm zugute", sagte Obeidi. Gegen die US-Besatzungstruppen protestierten in Bagdad Tausende Menschen. Die überwiegend schiitischen Demonstranten riefen "Nein, nein, nein zu den USA" und zeigten ihre Ungeduld damit, dass die Macht zu langsam an die Iraker übergeben werde.

In der nordirakischen Ölstadt Kirkuk wurden bei Zusammenstößen zwischen Kurden und Arabern nach Polizeiangaben am Wochenende mehr als zehn Menschen getötet. Die Unsicherheit und die Plünderungen beeinträchtigen nach Angaben von Öl-Vertretern die Förderung und damit die für die wirtschaftliche Erholung des Landes wichtigen Ölexporte.

Einen Erfolg verbuchte das US-Militär nach eigenen Angaben mit der Festnahme von Saddams Schwager Luai Chajrallah. Der ehemalige Geheimdienstler sei seit Freitag in US-Gewahrsam, teilte das Central Command mit. Chajrallah steht auf der Fahndungsliste der USA auf Platz 152. Bislang haben die US-Truppen nach eigenen Angaben 21 der 55 meistgesuchten Iraker festgenommen. Der Verbleib Saddams und seiner Söhne aber ist noch immer unklar.

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