Einschätzung von Analysten
Ford trifft es härter als andere

Analysten sehen den weltweit zweitgrößten Autohersteller in einer schwachen Position. Geht die Auto-Konjunktur weiter zurück, dürfte Ford schwer zu kämpfen haben.

rtr DETROIT. Ein Rückgang des US-Autoabsatzes im kommenden Jahr könnte nach Einschätzung von Analysten den weltweit zweitgrößten Automobilhersteller Ford stärker treffen als andere. Weitere drastische Kosteneinsparungen werden in Detroit nicht ausgeschlossen.

Alle Hersteller würden bei einem Absatzrückgang wahrscheinlich stark zu kämpfen haben, sagte Scott Hill, Analyst von Sanford C. Bernstein. Ford sei allerdings wegen seiner schwachen Position bei neuen Pkw- und Lkw-Modellen schlechter aufgestellt als Konkurrent General Motors oder andere Hersteller.

Sorgen bereitet den Analysten zudem die Nullzins-Finanzierung zur Nachfragebelebung. Es sei nicht sicher, ob dies weiterhin den Absatz von Ford in den USA unterstützen könne. Die Kreditkosten erhöhten sich, und man müsse sich nicht wundern, wenn dies künftig die Verkaufszahlen belaste, sagte James Cusser von der Investmentfirma Waddell & Reed.

Ford wird am nächsten Mittwoch seinen Quartalsbericht vorlegen. Ein Firmensprecher teilte mit, das Unternehmen plane vorher keine Stellungnahmen über den aktuellen Geschäftsplan oder zur finanziellen Lage des Unternehmens. Ford-Aktien waren am Mittwoch in New York um 7,4 % auf den tiefsten Stand seit 1991 gefallen. Allein im Oktober hat sich damit der Aktienkurs bereits um mehr als ein Viertel verringert. Weltweit waren Automobilwerte unter Druck geraten, nachdem die Investmentbank Morgan Stanley ihre Ergebnisprognosen für die Autohersteller Ford, GM und DaimlerChrysler reduziert hatte. Im Falle einer erneuten Rezession in den USA könnte vor allem die Nachfrage der Verbraucher nach Autos einbrechen, hieß es am Markt.

Analysten beobachten derzeit genau, wie Ford seine Sanierung weiter vorantreibt. Das Unternehmen hatte nach einem Verlust von 5,45 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr angekündigt, zehn Prozent der Stellen abzubauen und mit Hilfe von Kosteneinsparungen bis Mitte des Jahrzehnts einen Jahres-Vorsteuergewinn von sieben Mrd. Dollar zu erzielen. Nach Einschätzung von Experten könnte Ford nun versuchen, früher als geplant mit Gewerkschaften zu verhandeln und Einschnitte bei den zusätzlichen Lohnkosten unter anderem für Renten- und Gesundheitsvorsorge zu fordern.

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