Einschaltquoten steigen
Fans belagern "Superstars"-Unterkunft

Es ist ein unscheinbares Haus in Köln-Porz, an einem nasskalten Morgen. Drinnen träumen vier junge Menschen von Ruhm und Erfolg. Es sind Alexander, Daniel, Juliette und Vanessa, die vier übrig gebliebenen Kandidaten der Quoten bringenden RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar".

HB/dpa KÖLN. Sie sind noch im Rennen um die Gunst der Zuschauer und die Gnade der Jury bei Deutschlands bislang größtem Talentewettbewerb. Der nächste von ihnen fliegt an diesem Samstag aus der Show.

Geradezu verlassen wirkt die Unterkunft der RTL-Stars. Vom Kölner Sender wird das derzeitiges Zuhause der Kandidaten als Luxusvilla angepriesen. Die Nachbarn nennen das Haus aber zutreffender "den Bunker". Wie ein militärischer Hochsicherheitstrakt wird das Haus mit Stacheldraht geschützt und mit einem zusätzlichen Sichtschutz von der Umwelt abgeschirmt. Superstar hin oder her - ein 50-jähriger Nachbar ist froh, wenn der Rummel endlich ein Ende hat. "Ruhe hat man hier keine. Dafür genug zu tun, um den Müll der Fans wieder wegzuräumen", schimpft er.

"In Spitzenzeiten waren hier bis zu 100 Fans vor dem Haus, um diese gelackten Affen zu sehen. Gekeift und gekreischt haben die, bis die Polizei kam. Furchtbar." Die meisten Fans sind zwischen 10 und 16 Jahre alt. Auf dem Sichtschutz des Hauses hat ein Fan eine Nachricht für eine Kandidatin hinterlassen: "Gracia, du warst besser als Vanessa!". Am vergangenen Samstag musste Gracia nach dem Zuschauervotum aus der Show ausscheiden, Vanessa rückte in die nächste Runde.

Rund 100 Meter von dem Haus entfernt befindet sich eine Kneipe, die Hochkonjunktur hat. Allerdings nur bei der Toilettenbenutzung. Doch auch wenn die Bedienung viel Verständnis für den Rummel um die Stars hat, wäre ihr ein Plus in der Kasse schon lieber als die Schlangen vor dem WC. "Für uns wäre es besser, wenn die Fans älter wären und für mehr Umsatz sorgten", sagt eine 40-jährige Angestellte.

Die meisten Fans kommen brav nach Schulschluss. Lisa und Janine erscheinen täglich. Sie hoffen, endlich einen der Stars persönlich zu sehen. Beide schwärmen für Alexander - und für den haben sich die 11- Jährigen besonders in Schale geschmissen. "Alex hat so schöne Haare und kann so schön singen. Außerdem ist der nicht so blöd, wie die Jungs in unserer Klasse." Am Abend zuvor haben die Mädchen sogar für die Superstars gemalt und wollen ihre Meisterwerke nun persönlich abgeben. Vor einer Überwachungskamera warten sie, bis sich die Tür öffnet und ein Bodyguard die Geschenke entgegen nimmt.

Obwohl die Einschaltquoten ständig steigen, hat der Andrang auf das Anwesen der Stars immer weiter nachgelassen, erzählt der Bodyguard. Zu Beginn der Sendung waren hier schließlich einmal zehn Kandidaten untergebracht. Bald wird es wohl wieder so ruhig wie früher in Köln-Porz sein, denn die Finalshow steigt am 8. März. Auf die Zeit danach freuen sich zumindest die Anwohner.

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