Einschränkung des Briefmonopols
Verordneter Optimismus bei der Post

Die Deutsche Post AG, Bonn, gewinnt der Einschränkung ihres Briefmonopols positive Seiten ab. Zwar rechnet der Konzern im Inland mit mehr Konkurrenz, sieht dafür aber Wachstumschancen im europäischen Ausland, wo die Märkte auf EU-Beschluss ebenfalls ab 2003 weiter liberalisiert werden, wie ein Post-Sprecher am Freitag noch einmal bekräftigte.

vwd DÜSSELDORF. Die Post will in den kommenden Jahren ein europaweites Briefnetz aufbauen und auch in diesem Sektor, wie bereits im Expressbereich, die Nummer Eins werden. In den kommenden Monaten will sie ihre strategischen Pläne bekannt machen.

Der Konzern sieht sich in allen europäischen Ländern mit starken Gesellschaften vertreten und betrachtet dies als eine Grundlage, um im angestammten Briefgeschäft gewinnbringend zu expandieren. Zunächst ist der Einstieg in Staaten geplant, in denen die eigene Infrastruktur und Kundenbasis besonders stark sind. Als Paradebeispiel hat die Post wiederholt Großbritannien angeführt, wo sie den Paketdienst Securicor besitzt. Der Konzern betont, dass viele europäische Länder bei der Brief-Liberalisierung hinter Deutschland zurücklägen und daher mehr Marktanteile in den Wettbewerb stellen müssten als die Post selbst.

Im Inland würden zunächst 2003 rund vier Prozent vom Briefumsatz des teilprivatisierten Unternehmens dem Wettbewerb ausgesetzt. Nach dem für 2006 vorgesehenen zweiten Liberalisierungschritt folgten dann rund weitere fünf Prozent. Gleichwohl ist die Post zuversichtlich, ihren Marktanteil auf dem bisherigen hohen Niveau zu halten. Der deutsche Briefmarkt hatte im vergangenen Jahr ein Volumen von rund elf Milliarden Euro. Auf den Bereich, in dem die Post bislang das Beförderungsmonopol hält, also bei Briefen bis zu einem Gewicht von 200 Gramm, entfielen rund 8,4 Milliarden Euro.

Das Briefgeschäft leistet momentan noch den Hauptbeitrag zum betrieblichen Ergebnis des Konzerns. Mittelfristig sollen die übrigen drei Säulen - Express, Logistik und Finanzdienstleistungen - ihren Anteil von zuletzt 31 auf etwa 50 Prozent ausbauen. Diese Bereiche sollen auch höhere Renditen bringen, während die Post die Margen beim Brief in den kommenden Jahren stabil halten. Dieses Jahr rechnet der Konzern mit einer Marge von mindestens 14 Prozent nach 16,7 Prozent 2001.

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