Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe anvisiert
Hochtief beschleunigt Konzernumbau nach Gewinnwarnung

dpa ESSEN. Wegen eines erwarteten Gewinneinbruchs im laufenden Geschäftsjahr 2000 will Hochtief seinen Konzernumbau im Inland beschleunigen und verstärkt auf das internationale Geschäft setzen. Der größte deutsche Baukonzern hatte am gestern abend eine Halbierung seines Jahresüberschusses in Aussicht gestellt. Nach einem Rekordüberschuss von 204 Mill. Euro (399 Mill. DM) im Vorjahr werde für das laufende Jahr nur noch ein Konzerngewinn von 100 Mill. Euro erwartet, hieß es.

Hochtief werde neue Bauvorhaben künftig noch intensiver auf ihre Rentabilität prüfen, kündigte Unternehmenssprecher Werner Baier heute in Essen an. "Hände weg von unsicheren Aufträgen", sagte Baier. Dies bedeute jedoch nicht zwangsläufig einen Auftragsrückgang, da gleichzeitig versucht werde, den Kontakt mit wichtigen Kunden zu intensivieren. Der Marktführer auf dem deutschen Baumarkt hatte zuvor unter anderem schleppende Nachtragsverhandlungen mit vielen Kunden und die außerordentlich schlechte inländische Baukonjunktur für den erwarteten Gewinneinbruch verantwortlich gemacht.

Einsparungen, aber kein Personalabbau

Durch einen beschleunigten Umbau der deutschen Hochtief - Organisation kündigte Baier weitere Einsparungen in "zweistelliger Millionenhöhe" in den kommenden ein bis zwei Jahren an. Derzeit existierten jedoch keine konkreten Pläne für einen weiteren Abbau unter den zum Jahresbeginn noch rund 13 500 inländischen Beschäftigten des Baukonzerns.

Neben einer Konzentration auf die Kerngeschäfte des Unternehmens wie Flughafenbau oder Projektentwicklung rechne Hochtief nun mit einer verstärkten Internationalisierung. Bereits im Geschäftsjahr 1999 habe das Unternehmen rund 75 % seines Geschäfts im Ausland erzielt. Im laufenden Jahr sei ein weiterer Anstieg auf 80 % nicht auszuschließen.

Schwerpunkt auf internationalem Geschäft

"Wenn es im deutschen Baumarkt so weiter geht, ist auch eine Verschiebung über 80 % hinaus denkbar. Wir wünschen das aber nicht", sagte Baier. Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel hatte für das laufende Geschäftsjahr einen weiteren Anstieg der Bauleistung des Konzerns von 8,4 Mrd. Euro (16,4 Mrd. DM) im Vorjahr auf mehr als zehn Mrd. Euro angekündigt.

Die Entwicklung des Hochtief-Auslandsgeschäfts bewertete das Unternehmen als "außerordentlich positiv". Die Verhandlungen über eine weitere Aufstockung an der australischen Baugesellschaft Leighton Holdings auf über 50 % stünden "kurz vor einem erfolgreichen Abschluss".

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