Einsparungen reichen angeblich nicht aus
American Airlines droht Invsolvenzverfahren

Die weltgrößte Fluggesellschaft American Airlines, die als Folge des Irak-Krieges weniger Fluggäste befördert, könnte einem Zeitungsbericht zufolge bereits in der kommenden Woche ein Insolvenzverfahren einleiten. Dies berichtete die "New York Times" am Freitag. Sollte sich die US-Fluglinie tatsächlich für einen Gang zum Insolvenzrichter entscheiden, wäre dies das größte Insolvenzverfahren in der Geschichte der Luftfahrt.

dpa NEW YORK. Die Aktien der American-Holding AMR Corporation waren am Donnerstag um 18,26 % auf nur noch 1,79 Dollar eingebrochen. Sie hatten vor einem Jahr noch mit 26,58 Dollar notiert.

In Insolvenzverfahren befinden sich bereits die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt United Airlines sowie die US Airways, Nummer sieben in den USA, und die amerikanische Nummer zwölf Hawaiian Airlines. Die US-Fluggesellschaften leiden unter fallenden Passagierzahlen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, dem Irak-Krieg, hohen Tarifkosten und dem harten Wettbewerb von Billigfluglinien wie Southwest und JetBlue.

Die American-Manager sorgten sich, dass die Gehaltszugeständnisse, über die mit den Gewerkschaften verhandelt werde, nicht ausreichen, um die Gesellschaft wieder in die Gewinnzone zu bringen. Eine American-Sprecherin äußerte aber die Hoffnung, dass ein Insolvenzverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des amerikanischen Insolvenzrechtes vermieden werden könne. Es gebe darüber seit Wochen ausufernde Spekulationen, erklärte sie. Tatsache sei, dass sich das Unternehmen darauf konzentriere, alles zu tun, um eine Insolvenz zu vermeiden.

Ein solches Verfahren haben auch die drei anderen großen US- Fluggesellschaften gewählt. Es ermöglicht die Weiterführung der Geschäfte und Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines Insolvenzrichters.

Airline verhandelt mit Gewerkschaften rund um die Uhr

Die American will nach Darstellung der Zeitung mehr als 1,5 Mrd. Dollar (1,4 Mrd Euro) an Finanzierungen vor einem Insolvenzantrag sicherstellen. Dies würde eine Weiterführung der Geschäfte ermöglichen. Die potenziellen Geldgeber seien die Citigroup, die J.P. Morgan Chase und die CIT Group.

Die American teilte ihrerseits mit, dass sie sich mit ihren 16 300 Gepäckarbeitern auf Zugeständnisse bei der Bezahlung geeinigt habe. Die Gesellschaft verhandele mit allen ihren Gewerkschaften "rund um die Uhr". Es seien 1,8 Mrd. Dollar an permanenten jährlichen Ersparnissen notwendig, um das Unternehmen zu retten und es für einen zukünftigen Wettbewerb zu rüsten.

Die United Airlines schaffte unterdessen einen großen Durchbruch bei ihren Verhandlungen mit dem Personal über Konzessionen bei den Gehältern geschafft. Ihre Pilotengewerkschaft habe ein jährliches Einsparvolumen von 1,1 Mrd. Dollar über einen Zeitraum von sechs Jahren zugesagt, teilten beide Seiten mit. Die United will von ihren Gewerkschaften insgesamt 2,56 Mrd. Dollar jährliche Konzessionen haben oder mehr als 15 Mrd. Dollar über sechs Jahre.

Die US-Fluggesellschaften erwarten selbst bei kürzerer Irak-Kriegsdauer in diesem Jahr Verluste von 10,7 Mrd. Dollar und bei längerer Kriegsdauer rote Zahlen von 13 Mrd. Dollar. Sie drängen Washington wegen des Irak-Kriegs und des drastischen Kundenschwunds auf neue staatliche Hilfen in Milliardenhöhe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%