Einsparungen von 525 Millionen Dollar geplant
Syngenta geht im November an die Börse

Mit der Schweizer Syngenta-Gruppe startet bald nicht nur der größte, sondern auch der erste reine Agrokonzern. Der Markt für Pflanzenschutzmittel und Saatgut gilt derzeit als schwierig. Dennoch verspricht das Management nach dem Börsengang deutliche Gewinnzuwächse.

ef ST. LOUIS. Die Pharmakonzerne Novartis und Astra-Zeneca wollen den neuen Schweizer Agrokonzern Syngenta mit einer vernünftigen Mitgift in die Freiheit entlassen. Heinz Imhof, der Verwaltungsratspräsident des künftigen Marktführers bei Pflanzenschutzmitteln, nannte gestern vor Journalisten als Stärken des Konzerns das breite Sortiment und die gut gefüllte Pipeline, also Produkte, die als erfolgversprechend gelten und bald am Markt eingeführt werden. Imhof bezifferte das Forschungsbudget 1999 mit 785 Mill. $. Es war damit vor den Agrarchemiekonkurrenten Monsanto und Aventis das größte aller Marktteilnehmer.

In der Syngenta AG, Basel, führen die Schweizer Novartis AG und die britische Astra-Zeneca Plc ihre Geschäfte mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zusammen. Zusammengerechnet lag der Umsatz im vorigen Jahr bei 7,3 Mrd. $.

Urs Bärlocher, Mitglied der Novartis-Konzernleitung begründete die Abspaltung der Sparten mit dem Wunsch des Pharmakonzerns, sich voll auf den Gesundheitsbereich zu konzentrieren. Zudem gebe es zwischen den Agrogeschäften von Novartis und Astra-Zeneca ein bedeutend höheres Synergiepotenzial, als dies zwischen dem Pharma- und Agrobereich des Basler Konzerns jemals möglich gewesen wäre.

Am 13. November geht Syngenta zugleich in Zürich, London, Stockholm und New York an die Börse. Emittiert werden gut 112,5 Mill. Aktien. Von diesen sollen 10 % durch Mittel der beiden bisherigen Mütter nach dem Börsengang zurückgekauft werden. Je eine Syngenta-Aktie wird pro Novartis-Aktie bzw. 40,2 Astra-Zeneca-Aktien gratis ausgeschüttet. Dies bedeutet, dass 61 % auf Novartis und 39 % auf Astra-Zeneca entfallen.

Starker Gewinnzuwachs erwartet

Den künftigen Aktionären verspricht Verwaltungsratspräsident Imhof starke Gewinnzuwächse. Die ab 2003 vollständig realisierten Synergien bezifferte der designierte Syngenta-Konzernchef Michael Pragnell auf 525 Mill. $. Dabei ist auch der Abbau von 3 000 Arbeitsplätzen berücksichtigt. Diesen Einsparungen stehen einmalige Kosten für Restrukturierungen von 900 Mill. $ gegenüber.

Syngenta wird am Agroweltmarkt nicht nur global mit einem Anteil von deutlich über 20 % vor Aventis und Monsanto zur Nummer Eins aufrücken, sondern auch in jedem der vier regionalen Märkte (Nafta, Lateinamerika, Europa und Mittlerer Osten, Asien) den Spitzenrang belegen. Zwar räumte Imhof ein, dass sich dieser Markt seit drei Jahren und wohl auch noch 2001 in einer schwierigen Phase befinde, doch erwartet er anschließend deutlich steigende Umsätze. Im Bereich Pflanzenschutz schätzt er das durchschnittliche Marktwachstum auf 1,5 % und bei Saatgut auf 4 %.

Syngenta wird weltweit der erste reine Agrochemiekonzern sein, die Konkurenz gehört zumeist Pharma- oder Chemiekonzernen an. Imhof bezeichnete die Fokussierung des Konzerns als Vorteil, weil die Resultate transparenter seien und spezifische Analystenempfehlungen klare Entscheidungsgrundlagen für Investoren brächten.

Trotz eines nur bescheidenen Umsatzwachstums um 2,9 % auf 4,65 Mrd. $ im ersten Halbjahr 2000 gelang es Syngenta, den Betriebsgewinn um ein Viertel auf 1,07 Mrd. $ zu steigern. Syngenta hat angekündigt, Randbereiche mit Umsätzen von 338 Mill. $ zu verkaufen.

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