Einsparungen von drei Millionen
Klinikärzte sagen "Versorgungsgau" voraus

Die Ärzteschaft macht weiter Front gegen die Sparpläne von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und prophezeit einen "Versorgungsgau" an den Krankenhäusern.

HB/dpa BERLIN. Die geplante Nullrunde sei eine Bankrotterklärung der Politik und führe zu einer Ärzteflucht aus den Kliniken, sagte der Vorsitzende des Klinikärzteverbandes Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, am Freitag in Berlin.

Schmidt will die Ausgaben für Ärzte und die Kliniken 2003 einfrieren. Sie hat aber großzügige Öffnungsklauseln zugesagt. Die Gesundheitslobby will am Dienstag in Berlin gegen den Sparkurs demonstrieren.

Es sei dumm von Schmidt, die Strukturreform des Gesundheitswesens mit einer Nullrunde zu beginnen, sagte Montgomery auf der Hauptversammlung seines Verbandes. So sei ein Kompromiss unmöglich. "Sie drückt uns die letzte Luft ab." Obwohl in den überlasteten Kliniken eigentlich 15 000 zusätzliche Ärzte gebraucht würden, seien durch die Nullrunde 5000 Stellen gefährdet. Der Marburger Bund vertritt mehr als 140 000 Krankenhausärzte.

Die Eil- und Notgesetze zu Gesundheit, Rente und Arbeitsmarkt hatten am Donnerstag in erster Lesung den Bundestag passiert. Sie sollen zum 1. Januar in Kraft treten. SPD und Grüne wollen im Gesundheitswesen rund drei Milliarden Euro einsparen.

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