Einspeisung von vielen TV-Kanälen
Eutelat sieht Marktpotenzial beim Satellitenfernsehen

Der gemeinsame Direktempfang von Fernsehprogrammen sowie Internet über Satelliten könnte frühestens in drei Jahren mit dem Kabelnetz konkurrieren. Bis heute sei die Technik wegen zu hoher Kosten nicht wettbewerbsfähig, sagte der Marketing-Chef des französischen Satellitenkonzerns Eutelsat, Volker Steiner, am Donnerstag in Trier auf einer Tagung über Breitbanddienste in Europa. Dennoch sei das Marktpotenzial in Deutschland groß.

dpa/HB TRIER. Aus Sicht Steiners könnte der Satellitendirektempfang besonders für die etwa zehn Millionen Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland von Nutzen sein. Es gebe 17 Nationalitäten, deren Population größer als 120 000 Einwohner sei. "Diese Menschen wollen Sendungen in ihrer Heimatsprache sehen", sagte Steiner in Europäischen Rechtsakademie in Trier vor Medienfachleuten.

Über die Einspeisung von TV-Kanälen in das Kabelnetz erreichten Satellitenbetreiber bereits etwa 100 der 240 Millionen TV-Haushalte in Europa. Bislang beziehen nach laut Steiner rundet 60 Prozent der Haushalte ihr Fernsehen über ein Kabel, etwa 32 Prozent über Satellit und rund 10 Prozent über Antenne. Eutelsat übertrage 1258 Fernsehkanäle über seine 23 Satelliten. Mit Blick auf das Übernahmeinteresse der Satellitenunternehmen Panam und Intelsat an Eutelsat prognostizierte er einen stärken Konzentrationstrend auf dem Satellitenmarkt.

Der Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR), Fritz Raff, sagte angesichts der Digitalisierung der Breitbanddienste in Europa eine Vermehrung von Übertragungskapazitäten voraus. Das Breitbandkabel sei die wichtigste Übertragungsweg für Programme. Raff, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Digital von ARD und ZDF, sieht große Chancen für das über Antenne terrestrisch übertragene Digital-Fernsehen DVB-T. "Das ist die unabhängigste Form der Verbreitungstechnik, weil der Fernseher auch unterwegs mit 24 bis 30 Programmen genutzt werden kann", erklärte er. Außerdem entfielen die monatlichen Gebühren für das Kabelnetz.

Was in Großbritannien, Spanien und Schweden bereits angewendet werde, soll in Deutschland Ende dieses Jahres erstmals in dem Ballungsraum Berlin-Potsdam eingesetzt werden. Von Mitte 2003 an sollen in Berlin 20 Sender über Antenne empfangbar sein.

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