Einstieg in die Formel Eins ermöglicht
Landesbank stützt Kirch angeblich mit 4,4 Milliarden Mark

Das Kreditengagement der Bayerischen Landesbank für den Münchner Medienunternehmer Leo Kirch beläuft sich nach Angaben der Wochenzeitung "Die Zeit" auf rund 4,4 Mrd. DM.

ddp/vwd HAMBURG. Besorgte CSU-Politiker und hochrangige Bankmanager hätten diesen Betrag bestätigt, berichtete das Blatt am Mittwoch vorab. Bayerische Staatsregierung, Landesbank und Kirch-Konzern hätten sich auf Anfrage nicht zur Höhe des Kredits geäußert und auf das Bankgeheimnis verwiesen.

Die Landesbank, die je zur Hälfte dem Freistaat Bayern und den Sparkassen gehört, griff danach Kirch mehrmals finanziell unter die Arme. Unter anderem ermöglichte sie dem Medienmogul dieses Jahr den Einstieg in die Vermarktungsgesellschaft der Formel Eins. Nach Angaben der bayerischen Landtags-SPD beläuft sich allein dieser Kredit auf etwa 2,1 Mrd. DM. Außerdem soll die Landesbank 1999 für Kirch eine Bürgschaft in Höhe von 1,6 Mrd DM geleistet und ihm so den Kauf des Pay-TV-Senders Premiere von Bertelsmann ermöglicht haben.

Der Kirch-Konzern ist wegen der Milliarden-Verluste beim Pay-TV-Sender Premiere World und wegen der Werbeflaute bei den frei empfangbaren Fernsehsendern in finanzieller Bedrängnis. Insgesamt hat der Münchner Medienkonzern nach Angaben von Konzernvize Dieter Hahn fast neun Milliarden Mark Verbindlichkeiten bei mehreren großen deutschen Banken. Die eine Hälfte laste auf Premiere, die andere auf den Free-TV-Sendern sowie dem Handel mit Film-, TV- und Sportrechten. Verschärfen könnte sich die Finanzlage des Konzerns durch eine Option des Axel Springer Verlags zum Verkauf seiner Anteile am börsennotierten Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 Media AG. Sollte Springer die Option im nächsten Jahr einlösen, müsste Kirch weitere 1,5 Mrd. DM aufbringen.

In der vergangenen Woche hatte Leo Kirch mit dem amerikanischen Milliardär und Medienunternehmer John Malone über einen möglichen Einstieg von dessen Firma Liberty Media beim Bezahlsender Premiere verhandelt. Liberty ist an der Übernahme jener rund 22 % Anteile interessiert, die der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch über die britische Kabelfernsehgesellschaft BSkyB an Premiere World hält. Die Verhandlungen hierzu sollen nach Angaben von Liberty Media bereits kurz vor dem Abschluss stehen.

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