Einstieg in Japan geplant
Metro hatte "sehr guten Oktober" bei Warenhäusern

Nach deutlichen Einbußen im dritten Quartal spürt die Metro AG, Düsseldorf, wieder Rückenwind im Warenhausgeschäft. "Wir hatten einen sehr guten Oktober", sagte der Vorstandsvorsitzende des Handelskonzerns, Hans-Joachim Körber, am Donnerstag bei der Vorlage des Zwischenberichts zum dritten Quartal.

vwd/dpa DÜSSELDORF. Der Erlösrückgang sei ausschließlich auf die schlechte Stimmung in Deutschland zurückzuführen, führte Körber aus. Bei der belgischen Kaufhauskette Inno habe Metro den Umsatz um mehr als fünf Prozent gesteigert. Insgesamt erwarte er für die Metro ein "normalisiertes Geschäft" im vierten Quartal und einen zufrieden stellenden Verlauf des Weihnachtsgeschäfts, sagte Körber. Mit seiner gestärkten Wettbewerbsposition werde der Konzern davon im In- und Ausland überproportional profitieren. Bereits im dritten Quartal habe die Metro in allen Geschäftsbereichen Marktanteile hinzugewonnen, betonte Körber.

In ihrer wichtigsten Sparte "Cash&Carry" steigerte die Metro den Umsatz im dritten Quartal um 7,7 Prozent aus 5,84 Mrd. Euro, flächenbereinigt betrug das Wachstum der Großhandelsmärkte allerdings nur zwei Prozent. Überproportional hätten Frankreich, Spanien, Belgien und die Niederlande zugelegt, erläuterte Körber. In Osteuropa sei der Umsatz sogar um 20,1 (bereinigt: 4,9) Prozent gestiegen. Insgesamt sei der Auslandsanteil dieser Sparte auf 77,1 von 76,4 Prozent gestiegen.

Die Internationalisierung dieser Vertriebslinie werde konsequent fortgesetzt, kündigte Körber an. Im Dezember werde der erste Cash&Carry-Markt in Japan der gleichnamigen Großhandelstochter Metro eröffnet, 2003 sei der Markteintritt in Indien und der Ukraine geplant. Mit St. Petersburg werde im kommenden Jahr zudem ein dritter Standort in Russland eröffnet. Der Düsseldorfer Konzern sei dann in 26 Ländern mit rund 2300 Filialen vertreten.

Gegen den Branchentrend sei auch der Umsatz der SB-Warenhäuser gestiegen, und zwar um 1,3 Prozent auf 1,94 Mrd. Euro. Die Investitionen in die Optimierung der Real-Märkte, die allein im dritten Quartal bei 40 Mill. Euro gelegen hätten, machten sich bezahlt, sagte Körber. Als "Wermutstropfen" bezeichnete der Vorstandsvoritzende dagegen die Entwicklung der Verbrauchermarktkette "Extra": Hier sei der Umsatz um 6,6 Prozent auf 678 Mill. Euro und das Ebit um 66 Prozent auf minus 20 Mill. Euro zurückgegangen.

Elektronikmärkte weiter im Aufwind

Dagegen seien die Elektronikmärkte Media/Saturn weiter zweistellig gewachsen. Obwohl dieser Markt um sieben bis neun Prozent geschrumpft sei, habe Metro den Umsatz im dritten Quartal um 24,1 Prozent auf 2,21 Mrd. Euro gesteigert, flächenbereinigt seien es 10,5 Prozent gewesen. Das Ebit kletterte um 26 Prozent auf 55 Mill. Euro. Überdurchschnittliche Zuwächse habe es in Spanien, Italien, Polen, Ungarn und der Schweiz gegeben, aber auch in Deutschland hätten die Elektronikmärkte sehr gute Zahlen vorgelegt, sagte Körber.

Bei der defizitären Baumarktkette Pratiker habe die im März gestartete Preissenkungskampagne Früchte getragen, sagte der Vorstandsvositzende weiter. Der Umsatz sei um 6,9 (bereinigt: 6,2) Prozent auf 662 Mill. gestiegen, jedoch ging das Ebit auf minus 6,9 (minus 1,1) Mill. Euro zurück. "Wir büßen zwar etwas Marge ein, aber die Kunden kommen zurück", verteidigte Körber die Preissenkungen.

Die endgültige Trennung von allen 1998 ausgegliederten Vertriebslinien werde wegen des schlechten Umfeldes wahrscheinlich nicht bis zum Jahresende 2002 möglich sein. Die noch unter dem Divaco-Firmendach verbliebenen Gesellschaften wie der Computerhändler Vobis und die Bekleidungskette Adler erzielten einen Gesamtumsatz von etwa 1,7 Mrd. Euro. Körber bestätigte, dass zum Verkauf der Einzelhandelsimmobilien konkrete Verhandlungen liefen. Den Wert des Pakets bezifferte er auf etwa 3 Mrd. Euro.

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