Einstieg lohnt bei steigenden Börsenumsätzen
Broker-Aktien - Tipp für spekulative Anleger

Die Flaute an den Aktienmärkten hat viele Brokerhäuser in die roten Zahlen rutschen lassen. Nach den jüngsten Quartalsergebnissen keimen vereinzelte Hoffnungsschimmer auf. Spekulative Anleger sollten sich ausgewählte Titel jedoch erst ins Depot legen, wenn die Märkte Entwarnung geben.

FRANKFURT/M. Sobald mehr Aktien gehandelt werden, werden die börsennotierten Maklergesellschaften für Anleger wieder interessant: Analysten gehen davon aus, dass die Kurse der Wertpapierhandelshäuser überproportional von steigenden Börsen profitieren werden.

Bislang hatte die Börsenflaute die Branche arg gebeutelt. Die jüngsten Quartalszahlen einiger Makler geben bereits wieder Anlass zur Hoffnung. Die Euwax Broker AG meldete beispielsweise ein Vorsteuerergebnis von 2,9 Mill. Euro. Das sind 11 Prozent mehr als noch im Vorjahresquartal. Die Baader Wertpapierhandelsbank verringerte ihren Verlust nach Steuern auf 1,4 Mill. Euro nach minus 6,5 Mill. Euro.

Für Kursphantasie dürften auch weitere Firmenzusammenschlüsse und Übernahmen sorgen, denn viele Unternehmen gelten als zu klein, um ihre laufenden Kosten bei nachgebenden Umsätzen alleine zu tragen. Ende April tat sich bereits Spütz mit Kling Jelko zusammen, nun will die britische Risikokapitalgesellschaft New Media Spark Spütz ganz übernehmen. Die Spütz-Mehrheit hatten sich die Engländer bereits im vergangenen September gesichert. Baader-Vorstandschef Uto Baader rechnet damit, dass es in den kommenden zwei bis drei Jahren nur noch etwa fünf Wertpapierhandelsbanken geben wird - sein Haus eingeschlossen.

Zwar ist es für einen Einstieg in Makler-Aktien trotz deren niedriger Bewertung derzeit noch zu früh, glaubt Götz Albert, Leiter Aktienanalyse bei Independent Research. Allerdings lohne es sich schon jetzt, auf die möglichen Gewinner des Konsolidierungsprozesses ein Auge zu haben. Für Albert könnten dies unter anderem Baader, MWB und Concord Effekten sein. Alle drei sieht Independent Research derzeit als Aktien, die sich genauso gut wie der Gesamtmarkt entwickeln.

Bei Baader, die zu den Branchengrößten zählen, gefällt Albert vor allem die gute Eigenkapitalbasis von aktuell etwa 180 Mill. Euro. "Ein hohes Eigenkapital ist wichtig für die Handelsaktivitäten und ermöglicht das Überleben in schweren Zeiten", so der Analyst. Außerdem habe Baader keine größeren Experimente in Richtung Börsengangbegleitung oder Beteiligungsgeschäft gemacht wie einige Wettbewerber, die nun diese unrentablen Geschäftsbereiche wieder abstießen oder Beteiligungen wegen deren Wertverlust abschreiben müssten.

MWB, die sich bislang auf den Handel mit Auslandsaktien spezialisiert haben, wollen nach eigenen Angaben künftig auch verstärkt für weniger oft gehandelte kleinere und mittlere Werte verbindliche Kauf- und Verkaufskurse stellen. Bei Concord Effekten loben die Analysten nach dem Verkauf der Vermögensverwaltung Lupus Alpha die Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder Wertpapierhandel, Aktienbetreuung und Firmenkundengeschäft.

Zurückhaltung sei bei weniger breit aufgestellten Häusern mit geringer Eigenkapitalbasis geboten, rät Albert. Dazu zählt er German Brokers und Fritz Nols. Als neue Herausforderung für die Parkettprofis sehen Experten "Xetra Best". Das ist die von der Deutschen Börse geplante Erlaubnis für Banken, Kundenaufträge intern auszuführen. Ab September bräuchten dann Banken Kauf- oder Verkaufswünsche nicht mehr ins elektronische Orderbuch weiterleiten, sondern könnten sie gegen den eigenen Bestand verrechnen. Die Makler befürchten Einbußen, da sie einen Teil ihrer Aufträge an die Banken verlieren dürften.

Neben der starken Abhängigkeit von den Börsenumsätzen haben Makleraktien ganz generell den Nachteil, dass sie sehr klein sind und sich kaum noch Analysten um sie kümmern. Diese Werte sind nur zur Beimischung für spekulativ orientierte Anleger geeignet und sollten laut Albert nicht mehr als 5 % des Gesamtdepots ausmachen.

Quelle: Handelsblatt

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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