Einstweilige Verfügung
EM.TV erringt ersten Erfolg im Streit um Formel 1

Das krisengeschüttelte Medienunternehmen EM.TV & Merchandising hat im Streit um ein Pfandrecht auf seine Beteiligung an der Formel 1 einen ersten Erfolg erzielt.

Reuters UNTERFÖHRING. Der auf Kinder- und Jugend-Programme spezialisierte TV-Rechtehändler erwirkte vor einem Gericht auf der Kanalinsel Jersey eine Einstweilige Verfügung gegen Gläubigerbanken des früheren Kirch-Konzerns, wie EM.TV am Montagabend nach Börsenschluss mitteilte. Bis das Gericht in dem Verfahren entscheide, dürften die Banken Bayern, Lehman Brothers und JP Morgan das von ihnen beanspruchte Pfandrecht auf einen 16,7-prozentigen Anteil von EM.TV an der Rennsportserie Formel 1 nicht ausüben. Ein Urteilstermin stehe noch nicht fest, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Ein Sprecher der BayernLB lehnte einen Kommentar zu der Einstweiligen Verfügung indes ab. "Wir haben das zur Kenntnis genommen", sagte er lediglich.

Der Unternehmer Leo Kirch, dessen Medienimperium in weiten Teilen inzwischen insolvent ist, hatte im Jahr 2001 einen gemeinsam mit EM.TV gehaltenen Anteil von 75 Prozent an der Formel-1-Holding SLEC den drei Banken als Sicherheit für einen Milliarden-Kredit gegeben. EM.TV hält die Verpfändung des eigenen Anteils an die Banken aber für nicht wirksam. Gibt das Gericht den Banken recht, muss das am Neuen Markt gelistete Unternehmen die Formel-1-Beteiligung, die noch mit 204 Millionen Euro in den Büchern steht, vollständig abschreiben. EM.TV-Chef Werner Klatten gab sich weiter gesprächsbereit: "Wir sind unverändert der Ansicht, dass ein gemeinsames Vorgehen aller bei der Formel 1 involvierten Parteien am besten geeignet ist, den Wert der Rennsportserie zu sichern und zu erhöhen", erklärte er. Die im Nemax50 gelisteten EM.TV-Aktien notierten am Dienstagmittag unverändert bei 0,99 Euro.

Das ungeklärte Pfandrecht auf die EM.TV-Anteile erschwert auch die Verhandlungen über eine Beteiligung der Autohersteller an der Formel 1, die schon seit Monaten andauern. Die Banken wollen einen Teil des 75-Prozent-Pakets an die Autobauer verkaufen, die dann auch ein größeres Mitspracherecht bei der Rennsportserie fordern. Formel-1-Organisator Bernie Ecclestone, dessen Familie die restlichen 25 Prozent an der SLEC hält, hatte seine Teilnahme an einer für Mittwoch geplanten Gesprächsrunde allerdings abgesagt. Nach Angaben von DaimlerChrysler sollen neue Verhandlungen erst im nächsten Jahr geführt werden.

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