Einstweilige Verfügung gegen Koelemann
Verlag verbietet Internet-Übersetzungen des neuen Harry Potter

dpa BERLIN. Neuer Wirbel um "Harry Potter": Das vierte Abenteuer des Kinder-Helden - bisher nur in Englisch auf dem Markt - darf nicht im Internet auf Deutsch übersetzt werden. Der Hamburger Carlsen-Verlag, der die deutsche Version am 14. Oktober herausbringt, läuft jetzt Sturm gegen die Übersetzung der ersten Kapitel der Originalausgabe im Internet, die viele Fans bereits angefertigt haben.

Sie folgten einem Aufruf des 45-jährigen Berliner Informatikers Bernd Koelemann, der daraufhin von dem Verlag mit einer Einstweiligen Verfügung (500 000 DM Geldstrafe ersatzweise zwei Jahre Haft) konfrontiert wurde.

Er habe die Internet-Seiten mit den Übersetzungen daraufhin wieder heruntergenommen. Auch dürfe er nicht mehr zu weiteren Übersetzungen im Netz aufrufen. Die Übersetzung war bisher auf sechs Kapitel beschränkt. Er wisse aber, dass viele Leute diese Idee schon längst gehabt hätten und schon 25 bis 30 Kapitel in Arbeit oder ganz fertig seien.

Urheberrecht der Autorin soll geschützt bleiben

"Angeblich verstoße ich gegen das Wettbewerbsrecht", sagte er der dpa. "Ich weiß gar nicht warum, weil das Ganze doch nonkommerziell ist, es soll ja nur Spaß machen", meinte Koelemann. Der Verlag beruft sich auf das Urhebergesetz. Auch jeder, der dem Aufruf im Internet folge, verstoße seinerseits gegen geltendes Recht und riskiere ein gerichtliches Verbot, betonte Carlsen. "Der Verlag nimmt das Urheberrecht der Autorin J. K. Rowling auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin wahr und wird Versuche, dieses zu ignorieren, auch künftig nicht zulassen", hieß es in einer Pressemitteilung des Verlages.

Koelemann beruft sich auf das große Echo seiner Aktion: "Gott sei Dank habe ich viel, viel Unterstützung von den Fans bekommen, die alle händeringend darauf warten, den Stoff endlich in die Hände zu bekommen, auf den sie seit Beginn der Schulferien warten." Inzwischen gibt es bereits ein heftiges Pro und Contra auf den Internet-Seiten unter den Potter-Fans. Die entsprechende Homepage verzeichnete seit dem 18. August schon fast 12 000 Abrufe. Viele Fans finden die Reaktion des Verlages nicht richtig, andere äußern aber auch ihr Verständnis für diese Haltung.



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